Mach's mir!

Was ist dominanter Sex? Spielarten, Stellungen und Toys

Kontrolle, Unterwerfung, Handschellen, Dirty Talk: Dominanter Sex besteht aus vielen erotischen Facetten. Welche kickt dich? Finde es heraus!

Frau und Mann haben Sex
Foto: nd3000/iStock
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Dominanter Sex: Was ist das eigentlich?

Dominanter Sex bedeutet, dass jemand im Bett die Führung übernimmt. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner dieser sexuellen Spielart. Binär gedacht, bezeichnet Femdom weibliche Dominanz im Bett und Maledom das männliche Gegenstück.

Der dominante Part muss bei dominantem Sex keineswegs auch der aktive Part sein. Du kannst dich zum Beispiel rundum verwöhnen und zum Höhepunkt bringen lassen, ohne dein Gegenüber auch nur zu berühren. Heiße Ansagen wie "Besorg's mir" oder konkrete Handlungsanweisungen sind dann ganz auf dich und deine Bedürfnisse konzentriert.

Alles, was dominanter Sex noch sein kann, ist so individuell wie deine Vorlieben – und damit auch nach den eigenen Wünschen gestaltbar. Handschellen? Sind ein Plus, kein Muss. Dirty Talk? Ein Plus, kein Muss. Spanking? Du kennst die Antwort...

Dominanter Sex ist nicht zwingend harter Sex. Wenn ihr das wollt, funktioniert Dominanz auch (quälend) langsam und sanft. Worauf es ankommt ist, dass jemand beim Sex die Entscheidungen fällt und Ansagen macht. Diese können verbal und nonverbal erfolgen.

Der dominante Part entscheidet unter anderem über:

  • Sexstellung

  • Geschwindigkeit beim Sex

  • Rhythmus beim Sex

  • Sextoys

  • den Ort, an dem ihr Sex habt

  • Bestrafungen

  • Belohnungen

Tipp: Nenn mich Herrin!

Eine besonders heiße Spielart für dominanten Sex: Der dominante Part legt Titel beziehungsweise Anredeformen wie "Meister*in", "Frau/Herr XY", "Daddy" etc. fest. Das mag komisch klingen, bringt aber beim dominanten Sex einen Extrakick, weil diese speziellen Anreden euer Machtverhältnis unterstreichen.

Du nimmst die Zügel in die Hand und sagst deinem Gespielen genau, was er zu tun hat? Dann bist du die Meisterin, Herrin oder Mistress. Du gibst dich deinem Partner hin, der die komplette Kontrolle übernimmt? Nenn ihn Daddy, Sir oder Meister. Natürlich könnt ihr euch auch eigene Begriffe ausdenken.

Dominanter Sex und Konsens gehen Hand in Hand

Bitte nicht missverstehen: Die Entscheidungen, die du beim dominanten Sex triffst, sind situativ, aber nicht spontan. Alles, was mit der unterwürfigen Person gemacht wird, ist im Vorfeld abgesprochen. Jede am Sex beteiligte Person darf vorher sagen, welche Sexpraktiken sie sich wünscht bzw. für sich ausschließt. Achtet darauf, euch umfassend auszutauschen.

Hier einige der wichtigsten Punkte, die ihr vor dem dominanten Sex klären solltet:

  • Harter Sex ja oder nein?

  • Sexspielzeug ja oder nein? Wenn ja: Was und wie angewendet? Sind Kombinationen erwünscht, z.B. Nippelklemmen plus Dildo?

  • Analverkehr ja oder nein?

  • Doppelpenetration ja oder nein?

  • Schmerzauslösende Sexpraktiken wie Spanking, Haare ziehen & Co. ja oder nein? In welcher Intensität?

  • Fesselspiele ja oder nein?

  • Rollenspiele ja oder nein?

  • Dirty Talk ja oder nein? Spezieller: Verbale Erniedrigung ja oder nein?

uvm.

Dominanter Sex braucht ein Safeword

So gründlich ihr euch vor dem Sex auch absprecht, kann es doch passieren, dass die unterwürfige Person währenddessen eine Handlung abbrechen möchte. Dazu braucht es keinen Grund – schlichtes Nicht-Wollen ist Grund genug. In diesem Fall braucht ihr ein Safeword, das einmal ausgesprochen wie eine Vollbremsung wirkt.

Wählt ein Wort, das schnell ausgesprochen und unmissverständlich ist. Ungeeignet sind Dinge wie "Stop" oder "Nein", weil diese häufig in Rollenspielen mit Unterwerfung vorkommen und als Aufforderung zum Weitermachen verstanden werden könnten.

Entscheidet euch für einen Begriff, der nichts mit Sex zu tun hat:

• Apfel

• Einhorn

• Auszeit

• Pause

Auch das Ampelsystem eignet sich:

• Safeword Grün für "Alles okay"

• Safeword Gelb für "Aktuelle Handlung ist hart an der Grenze, nicht härter werden"

• Safeword Rot für "Sofort aufhören"

Vereinbart zusätzlich ein nonverbales Safeword, etwa auf die Matratze klopfen, in die Händen klatschen oder ein eindeutiges Handzeichen, das bei Sexpraktiken wie dem Deepthroating zum Einsatz kommt.

5 heiße Stellungen für dominanten Sex

In der Theorie ist jede Sexstellung für dominanten Sex geeignet – schließlich könntest du sogar in der Missionarsstellung den Ton angeben und deiner Partnerin*deinem Partner sagen, was zu tun ist.

Unsere Top 5 für dominanten Sex allerdings machen es dir und deinem Gegenüber besonders einfach, in das Spiel von Dominanz und Unterwerfung zu finden.

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Facesitting
Foto: Wunderweib.de

Facesitting ist die dominante Form des Cunnilingus. Dazu setzt du dich auf das Gesicht deiner Partnerin*deines Partners und kontrollierst so den Oralverkehr. Besonders heiß wird es, wenn dein*e Bottom ans Bett gefesselt ist.

Achtung: Diese Sexpraktik erfordert viel Aufmerksamkeit. Da Gesicht und Mund sowie die Hände der dominierten Person bedeckt bzw. gefesselt sind, braucht ihr ein unmissverständliches Safeword – zum Beispiel mit dem Fuß auf die Matratze klopfen.

Mann und Frau haben Sex in der Doggy-Stellung - er zieht dabei an ihren Haaren.
Foto: Wunderweib.de

Im Doggy-Style geht der devote Part in den Vierfüßlerstand und der dominierende Part dringt von hinten ein – egal, ob mit einem Penis, Strap-On, anal oder vaginal. Hier könnt ihr Kink Sex integrieren und an den Haaren ziehen oder Spanking miteinbauen.

Frau penetriert Mann in der Doggy-Stellung von hinten mit einem Strap-on.
Foto: Wunderweib.de

Stichwort Doggy: Es muss nicht immer der (trans*) Mann sein, der die Hündchenstellung zu einer harten Sexstellung macht. Beim Pegging schnallt sich die Frau einen Strap-On um und übernimmt die Kontrolle.

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Die Schmetterlingsstellung stammt aus dem Kamasutra.
Foto: Wunderweib.de

Die Schmetterlingsstellung klingt zart, geht aber auch hart. Der dominierte Part legt sich auf den Rücken und streckt die Beine nach oben, sodass der dominante Part eindringen und anschließend Eindringtiefe und Rhythmus bestimmen kann. Nippelklemmen passen hervorragend zu dieser Stellung.

Zwei Frauen haben BDSM-Sex mit Handschellen und Spanking.
Foto: Wunderweib.de

Im gespankten Frosch kniet der devote Part auf der Matratze, streckt die Arme zwischen den Knien hindurch nach hinten, wo sie anschließend vom dominanten Part gefesselt werden. Die unterwürfige Position kann der dominante Part nutzen, um die intimsten Körperstellen zu verwöhnen, Spanking auszuprobieren oder mit dem Penis/Strap-On anal oder vaginal einzudringen. Auch eine Doppelpenetration ist möglich, wenn alle Beteiligten das wollen.

5 Toys für dominanten Sex

Die heißen Sexstellungen haben es dir vermutlich schon verraten: In Sachen Sextoys ist Vieles möglich bei dominantem Sex. Im Grunde eignet sich jedes nur erdenkliche Toy – von der sanften Federpeitsche bis hin zum strafenden Paddle.

Hier sind unsere Top 5 der Toys für dominanten Sex:

Dominanter Sex: Ciao, Rollenklischees

Satte zehn Jahre ist es her, dass die Verfilmung von "50 Shades of Grey" 2015 dominanten Sex in unsere Schlafzimmer spülte. Plötzlich schien jede*r auf BDSM, Domina-Spielchen, Spanking & Co. zu stehen. Aber ehrlich: Dominanten Sex mit "50 Shades of Grey" gleichzusetzen, ist, als würdest du deinen Fernseher dauerhaft auf Schwarz-Weiß stellen…

Ja, beim dominanten Sex übernimmt eine Person die Führung, während sich die andere leiten lässt. Die Vorstellung aber, dass der dominante Part der starke ist und der unterwürfige der schwache, ist nichts als ein angestaubtes Klischee – das "50 Shades of Grey" fast schon glorifiziert hat. Leider bedienen die meisten Geschichten aus der Welt des dominanten Sex das Bild vom dominanten, innerlich zerbrochenen Mann, der die unterwürfige Frau aus einem langweiligen, überschaubaren Leben voller Selbstzweifeln befreit.

Dabei ist Sex in egal welcher Form am schönsten, wenn man Rollen- und Genderklischees ablegt. Wer dominiert und wer dominiert wird, hat weder etwas mit dem Geschlecht noch mit Stärke oder Schwäche zu tun. Gerade bei dominantem Sex können Frauen, Männer und Menschen in unterschiedliche Rollen schlüpfen und dadurch große Lust erleben.

Ganz nebenbei ist dominanter Sex auch mit mehreren Menschen sexy, es müssen nicht immer zwei sein. Bei einem Dreier könnt ihr euch entscheiden: Nehmen zwei Personen die Zügel in die Hand und dominieren die dritte oder übernimmt eine*r allein die Führung? Gleiches gilt für Sex mit vier, fünf, sechs oder egal wie vielen Personen.

Wenn du Lust hast, dominanten Sex auszuprobieren, dann denk ganz bewusst an gängigen Klischees vorbei und hab einfach Spaß – die wichtigsten Facts zum Thema kennst du ja jetzt.

Du willst tiefer in die Welt des dominanten Sex eintauchen? Dann schau dir im Video das BDSM-Lexikon und erfahre was hinter Begriffen wie Bondage und Co. steckt:

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Video: ShowHeroes

Artikelbild & Social Media: nd3000/iStock