Aus dem GleichgewichtSäure-Basen-Haushalt: Übersäuerungs-Symptome und Vorbeugung

Sicher hast du schon einmal von einer Übersäuerung des Körpers oder von Basenkuren gelesen oder gehört. Doch wo kommen die Säuren eigentlich her und warum ist das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen - auch Säure-Basen-Haushalt genannt - so wichtig?

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Inhalt
  1. Säure-Basen-Haushalt: Wenn der basische Ausgleich fehlt
  2. Übersäuerung: Symptome des gestörten pH-Werts
  3. Übersäuerung Magen: Erst entsäuern - dann abnehmen
  4. Übersäuerung beim Abnehmen: Diätkrise stoppen mit Zink und Bicarbonaten
  5. Muskelkrämpfe beim Sport verhindern
  6. Übersäuerung: Vorbeugung für gesunden Säure-Basen-Haushalt

Wenn du unter Antriebslosigkeit, chronischer Müdigkeit oder auch chronischen Schmerzen leidest, könnte aus naturheilkundlicher Sicht auch dein Säure-Basen-Haushalt aus der Balance sein. Was du über Übersäuerungs-Symptome für den Magen wissen musst und warum das auch beim Abnehmen wichtig ist, erfährst du hier.

 

Säure-Basen-Haushalt: Wenn der basische Ausgleich fehlt

Im menschlichen Organismus entstehen Säuren im Energiestoffwechsel, also wenn unser Körper die zugeführte Nahrung zu anderen Stoffen umbaut, die unser Organismus benötigt. Eigentlich sollte sich der Wert des Säure-Basen-Haushalts ausgleichen, aber manchmal klappt das nicht. Doch woraus entstehen Säuren und Basen eigentlich?

Mit dem Geschmack von Lebensmitteln hat ihre Umwandlung zu Säuren oder Basen nichts zu tun. So wirken sich beispielsweise sauer schmeckende Zitronen im Körper auf den pH-Wert basisch aus, Fleisch und Wurstwaren hingegen machen den pH-Wert saurer und begünstigen eine Azidose (Übersäuerung). Das ist nicht gesund.

Ganz grob kann man sagen, dass Obst und Gemüse im Körper zu Basen verstoffwechselt werden, Getreide- und Milchprodukte, sowie Fleisch und Fisch zu Säuren bzw. beeinflussen die Lebensmittel den pH-Wert eben auf die eine oder andere Weise.

Die anfallenden Säuren müssen mit Basen ausgeglichen werden, das sie ansonsten den Organismus belasten. Nehmen wir zu viele säurebildende Nahrungsmittel zu uns, können diese Säuren von den Basen nicht mehr neutralisiert werden und der pH-Wert schlägt in die falsche Richtung aus. Es kommt zur Azidose.

Bewegungsmangel, Alkohol, Nikotin, Diäten und Ausdauersport können eine Übersäuerung des Körpers zudem begünstigen.

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Übersäuerung: Symptome des gestörten pH-Werts

Eine Übersäuerung des Körpers wird mit zahlreichen Beschwerden in Verbindung gebracht. Typische Übersäuerungs-Symptome bei einem gestörten Säure-Basen-Haushalt können Folgende sein:

  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Bindegewebsschwäche
  • Antriebslosigkeit
  • chronische Schmerzzustände
  • Erschöpfungszustände
  • Muskelschmerzen nach sportlichen Aktivitäten
  • Diätkrisen
  • Sodbrennen (zu viel Magensäure)

Neben diesen Symptomen wird angenommen, dass eine Übersäuerung zu vielen verschiedenen Folgeproblemen wie diversen Erkrankungen führen kann, darunter allergische Reaktionen, Migräne, Neurodermitis, Gallensteinen, Fibromyalgie oder auch Gicht. Eine ausgeglichene Ernährung und genügend basische Lebensmittel sind also für den pH-Wert im Körper.

 

Übersäuerung Magen: Erst entsäuern - dann abnehmen

Die Ursache eines gestörten Säure-Basen-Haushalts ist also oft die Ernährung. Aber auch vermeintlich richtige Lebensmittel - wie beim Abnehmen - können mitunter zur Azidose und damit zusammenhängend einer Übersäuerung des Magens samt entsprechender Symptome führen.

Wer ein paar ungeliebte Kilos loswerden möchte, tut daher gut daran, auf einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt zu achten. Denn z. B. bei Low-Carb-Diäten entstehen viele Säuren im Körper, die mit Basen ausgeglichen werden müssen. Ansonsten ist das Gleichgewicht bei dieser Art von Ernährung schnell nicht mehr ausgeglichen.

Abnehmen geht leichter, wenn der Säure-Basen-Haushalt ausgeglichen ist (Symbolbild)
Abnehmen geht leichter, wenn der Säure-Basen-Haushalt ausgeglichen ist
Foto: sam thomas/iStock (Symbolbild)

Der Grund dafür: Wer auf Kohlenhydrate wie Getreideprodukte, Kartoffeln und Zucker weitgehend verzichtet, kann mit einem raschen Gewichtsverlust rechnen. Enthält unsere Nahrung zu wenig Kohlenhydrate, ähnelt das einem Hungerzustand, also einer Notsituation. Der Körper stellt auf „Überleben“ um und gewinnt seine notwendige Energie, indem er in der Leber aus Fettsäuren sogenannte Ketonkörper bildet und dem Gehirn als Energiequelle bereitstellt.

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Genau diese Ketonkörper erhöhen die Säurelast im Körper. Wer aufgrund des hohen Zuckergehalts im Zuge einer Diät auch auf Obst weitgehend verzichtet, dem bleibt nur Gemüse als basischer Ausgleich.

Die meisten Diäten ersetzen die fehlenden Kohlenhydrate jedoch durch Eiweiße und Fette. Doch auch Fleisch, Fisch und Milchprodukte verstoffwechselt der Körper zu Säuren. Zusammen mit den Ketonkörpern erfährt der Organismus während einer sogenannten „Low-Carb-Diät“ eine wahre Säurenflut. Sind die Puffersysteme* des Körpers überlastet, müssen die Säuren im Bindegewebe zwischengelagert werden.

Die Folge: Das kann zu einer Beeinträchtigung ggf. auch zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels führen.

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Übersäuerung beim Abnehmen: Diätkrise stoppen mit Zink und Bicarbonaten

Achte bereits zu Beginn der „Low-Carb-Diät“ auf dein Säure-Basen-Gleichgewicht. Wenn du die ernährungsbedingt anfallenden Säuren von Anfang an kompensierst, ist ein Diäterfolg wahrscheinlicher. Basische Bicarbonate sind die Hauptpuffersubstanz des Körpers.

Zusammen mit Zink als Nahrungsergänzung eingenommen, unterstützen sie den Körper während einer kohlenhydratarmen Diät und helfen dabei, möglichen Diätkrisen ausgeglichen zu begegnen. Zusätzlich spielt Zink eine wichtige Rolle für die Sehkraft, das Immunsystem und für die Gesunderhaltung von Haut, Haaren und Nägeln. Alles über einen Zinkmangel und Zink-Lebensmittel liest du hier.

 

Muskelkrämpfe beim Sport verhindern

Milchsäureablagerungen im Gewebe können ebenfalls Krämpfe oder Muskelkater nach dem Sport verursachen. Bildet der Körper mehr Säuren, als er abpuffern kann, kommt es zu einer Übersäuerung.

Das kann beispielsweise beim Sport geschehen: Ist ein Muskel überlastet, bildet er vermehrt Milchsäure. Diese Milchsäureablagerungen machen sich im Gewebe unangenehm in Form von Krämpfen oder als Muskelkater bemerkbar.

Besonders brisant wird das Thema dann, wenn der Körper gleichzeitig mit einer ernährungsbedingten Säurebelastung zu kämpfen hat. Protein- und kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Getreide und Milchprodukte werden in verschiedenen Stoffwechselvorgängen ebenfalls zu Säuren umgewandelt.

Fehlt der basische Ausgleich durch ausreichend Obst und Gemüse, kann der Körper die hohe Säurelast nicht mehr kompensieren. Wenn die Pufferkapazität des Blutes nicht mehr ausreicht, werden überschüssige Säureteilchen vorübergehend im Bindegewebe gelagert. Doch sobald das muskelumgebende Gewebe zu viele Säureteilchen speichert, verliert dieser an Substanz, um Aminosäuren breitstellen zu können, die dem Körper bei der Entsäuerung helfen können.

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Übersäuerung: Vorbeugung für gesunden Säure-Basen-Haushalt

Ernähre dich vor allem in Zeiten erhöhter sportlicher Aktivität basenreich, also mit viel frischem Obst und Gemüse. Trinke ausreichend während des Sports. Wärmen deine Muskeln gut auf und dehne dich ausgiebig nach dem Sport. Über einen entspannten Saunagang oder eine Massage nach dem Sport freuen sich sicherlich nicht nur deine Muskeln - es hilft auch gegen Übersäuerung.

Entlaste deinen Körper außerdem mit Mineralien wie Zink, Calcium und Magnesium. Zink unterstützt die Bildung von Bicarbonaten, der wichtigsten Puffersubstanz des Körpers, und trägt so zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt bei. Mineralien wie Calcium und Magnesium tragen zur Erhaltung der normalen Muskelfunktion sowie des normalen Knochenstoffwechsels bei. Magnesium hilft zudem Müdigkeit bzw. Ermüdung zu verringern.

Mineralstoffe als Nahrungsergänzungsmittel sind zum Beispiel in Form von Tabletten oder Pulver in der Apotheke erhältlich. Bespreche die Dosierung mit deinem Arzt oder Apotheker - denn Nahrungsergänzungsmittel sollten nie auf eigene Faust eingenommen werden. Oftmals kann dir dein Arzt auch Alternativen (bspw. in puncto Ernährung) aufzeigen, um einer Übersäuerung bzw. Azidose vorzubeugen.

*Das wichtigste körpereigene Puffersystem ist der Bicarbonat-Puffer. Er sorgt dafür, dass der pH-Wert insbesondere im Blut, aber auch in den lebenswichtigen Organen immer in einem optimalen Bereich bleibt. Mit dem Bicarbonat-Puffer werden Säuren, die in unserem Stoffwechsel entstehen, im Blut abgefangen.

Foto-Credit Titelbild: AscentXmedia/iStock (Symbolbild)

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