NachtesserNight Eating Syndrom: Wenn nachts der Hunger kommt

Wer nachts wach liegt, weil er Hunger hat, könnte am Night Eating Syndrom leiden. Betroffene haben nächtliche Heißhungerattacken – und essen zu dieser Tageszeit am meisten. Wieso die Krankheit NES mehr als eine ungesunde Angewohnheit ist.

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Inhalt
  1. Night Eating Syndrom: Wann wird das nächtliche Essen zur Krankheit?
  2. Night Eating Syndrom: Symptome des Heißhungers bei Nacht
  3. Nachts essen abgewöhnen: Was hilft beim NES?

Nächtlichen Hunger haben wir alle schon einmal verspürt - einfach was essen, richtiger Heißhunger. Weil wir lange wach waren. Weil wir spät nach Hause kamen. Weil wir betrunken nach Hause kamen. Oder einfach, weil nachts keiner mitbekommt, wenn wir die ganze Tafel Schokolade verputzen.

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Night Eating Syndrom: Wann wird das nächtliche Essen zur Krankheit?

Für manche Menschen ist der nächtliche Hunger aber keine Ausnahme, sondern die Regel - sie essen dann nicht unbedingt am Abend, sondern in der Nacht. Dabei handelt es sich nicht nur um einen schlechten Essensrhythmus, sondern um eine reale Krankheit.

Schätzungsweise leiden ein bis zwei Prozent der deutschen Bevölkerung am sogenannten Night Eating Syndrom (kurz NES), Übergewichtige sind davon Studien zufolge deutlich häufiger betroffen. Beschrieben wurde NES erstmals 1955 von Albert Stunkard, einem US-Psychiater und Pionier der Adipositasforschung, der auch als Erstbeschreiber der Binge-Eating-Störung gilt.

Vom Night Eating Syndrom spricht man, wenn du ein Viertel bis sogar die Hälfte der täglichen Nahrungsmenge nachts zu dir nimmst - zu der Zeit, in der Menschen für gewöhnlich tief schlafen. Ob es sich dabei um eine Schlafstörung, Essstörung oder aber ein Problem psychischer Natur handelt, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Generell gilt die Erkrankung aufgrund ihrer Seltenheit als weitgehend unerforscht.

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Night Eating Syndrom: Symptome des Heißhungers bei Nacht

Die Erkrankung, nachts wach zu werden und zu essen, hat viele verschiedene Symptome. Der nächtliche Weg zum Kühlschrank ist dann nicht mehr einfach mal eine kleine Ausnahme, sondern für die Betroffenen regelmäßig - Nacht für Nacht. Statt dem Körper Schlaf zu gönnen, wird beim NES nachts zum essen gegriffen - auf Dauer kann der Hunger zu Problemen führen.

Die typischen Night-Eating-Syndrom-Symptome sind:

  • Nächtliches Aufstehen, um etwas zu essen
  • Große Mengen der Nahrung werden nachts oder spätabends aufgenommen
  • Vorwiegend Hunger auf Kohlenhydrate
  • Morgendliche Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Stress, innere Unruhe, Depressionen
  • Gewichtsprobleme

Welche Ursachen hinter dem NES-Syndrom stehen, ist nicht geklärt. Forscher konnten beobachten, dass die Problematik oft familiär gehäuft auftritt, also möglicherweise genetisch bedingt ist. Auch eine hormonelle Ursache kommt in Frage, denn auch Hormonstörungen können sich auf das Essverhalten auswirken. Eine Kombination der verschiedenen Ursachen für den Drang, nachts aufzuwachen und zu essen, ist nicht ausgeschlossen. Bei sogenannten Nachtessern konnte beispielsweise ein erhöhter Spiegel des Hormons Ghrelin festgestellt werden.

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Nachts essen abgewöhnen: Was hilft beim NES?

Dass die Erkrankung weitgehend unerforscht ist, macht es schwierig, sie zu heilen. Bisher wird das Night Eating Syndrom meist mit Psychopharmaka wie beispielsweise Antidepressiva behandelt. Liegt die Ursache in psychischer Anspannung und Stress, können Entspannungsmechanismen helfen und eine Diätologin oder eine Ernährungsberatung kann dabei helfen, einen Essensplan für den Tag aufzustellen, da dein circadianer Rhythmus (innerer Rhythmus mit einer Länge von 24 Stunden, wie der Schlaf-Wach-Rhythmus) in dieser Hinsicht gestört ist. Oftmals kommt auch eine Psychotherapie zum Einsatz.

So oder so gilt: Wer unter dem Night Eating Syndrom leidet, sollte sich nicht scheuen, einen Arzt aufzusuchen. Wissenschaftler vermuten, dass viele Menschen sich für das Verhalten schämen – oder NES trotz Leidensdruck nicht als Krankheit ansehen - weshalb die Dunkelziffer der Betroffenen deutlich höher liegen könnte. Je offener über die Problematik gesprochen wird, desto mehr Aufmerksamkeit und damit Forschungsbedarf erlangt sie.

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