Erste Periode

Die erste Menstruation: So lernt deine Tochter, stolz darauf zu sein!

Wie und wann sprichst du am besten mit deiner Tochter über die Regelblutung? Diese Tipps können helfen!

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War es bei dir schon Zeit für „das Gespräch“? Noch nicht? Du weißt aber auch noch nicht ganz, welche Worte du wählen sollst? Na, dann liest du diesen Artikel zum richtigen Zeitpunkt. Denn die Autorin Martina Spierings gibt Müttern (und Vätern) in ihrem Buch "Sei stolz eine Frau zu sein" Tipps an die Hand, mit denen deine Tochter lernt, die erste Monatsblutung (und alle weiteren) zu feiern und nicht zu fürchten.

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Zu welchem Zeitpunkt sollte ich mit meiner Tochter über die Periode sprechen?

Im Idealfall ist deine Tochter zum Eintritt ihrer ersten Regelblutung schon bestens informiert und vorbereitet. Das heißt, dass du mit ihr früh genug davor darüber sprechen solltest. Spätestens, wenn deine Tochter neun oder zehn Jahre alt ist. Denn laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bekommen Mädchen immer früher ihre erste Periode: "Jedes zweite Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren hat mit spätestens 12 Jahren die erste Regelblutung erlebt (52 Prozent). Im Alter von 13 Jahren haben sogar schon 84 Prozent der Mädchen ihre Menarche hinter sich. Nur 12 Prozent der Mädchen waren 14 oder älter, als es dazu kam."

Wenn das Eintreffen der ersten Periode für deine Tochter keine Überraschung ist und sie schon weiß, was sie erwartet, verliert sie die Angst davor und kann selbstbewusster mit der Situation umgehen. Wenn ihr euch nicht sicher seid, wann es bei deiner Tochter soweit sein könnte, hilft es auf Anzeichen, wie den sogenannten Weißfluss, zu achten. Dieser kann sich schon einige Monate vor der ersten Blutung in der Unterhose absetzen.

Stolz auf die Menstruation: Selbstliebe ist der erste Schritt

Die Autorin Martina Spierings ist Systemische Therapeutin und erfährt in ihrem Arbeitsalltag, wie oft es Frauen an Selbstliebe mangelt. Da sie zwei Töchter hat, ist es ihr Herzensanliegen, Frauen zu empowern: "Ich möchte Mütter ermutigen, geschlechtsspezifische Rollenbilder zu reflektieren und das eigene Frausein bewusster zu erleben", erklärt sie, "Für viele Töchter sind auch heute noch die Pubertät und ihre Begleiterscheinungen wie die Menarche schambehaftet. Wenn wir Mütter jedoch selbst in eine stolze Weiblichkeit gefunden haben, können wir unsere Töchter empowernd durch diese Zeit begleiten und gemeinsam Meilensteine feiern, beispielsweise ein Fest anlässlich der ersten Menstruation."

Wie spreche ich die erste Regelblutung an? So geht es ohne Scham!

Der Einstieg in die Teenie-Zeit ist für Kinder eine große Umbruchphase. Der äußerliche Druck scheint zu steigen, das Vergleichen mit anderen beginnt und die Pubertät kommt auch noch dazu. Und auch wenn es wünschenswert wäre, gelten Gesprächsthemen wie die "Periode" oder "Menstruationshygieneartikel" für Teenager noch nicht als "cool". Damit sich das ändert, sollte auch unser Umgang mit dem Thema selbstverständlich und schambefreit sein. Unsere Töchter schauen sich das bei uns ab. Denn dein eigener Umgang mit deinem Zyklus halte eine wichtige Vorbildfunktion für deine Tochter inne, betont Martina Spierings in ihrem Buch "Sei stolz eine Frau zu sein". Stelle dir selbst vorab die Fragen: "Sprichst du offen über Gefühle und Befindlichkeiten oder läuft bei dir alles hinter verschlossenen Türen ab? Spottet jemand aus deiner Familie darüber, dass du wegen prämenstrueller Beschwerden ungenießbar seist?" All das seien Botschaften über die Menstruation, die du direkt oder indirekt an deine Tochter vermittelst, erklärt die Autorin. (M. Spierings: Sei stolz eine Frau zu sein, S. 37)

Wenn du mit ihr über das Thema sprichst, solltest du auch das offen ansprechen, was für dich unangenehm ist, wie Krämpfe oder andere Beschwerden, empfiehlt die Autorin. Das sei hilfreicher als diese zu verschweigen. Biete ihr lieber "eine gute Erklärung, warum die Kontraktion der Gebärmutter ziehende oder krampfartige Empfindungen verursachen kann und mit welchen Hausmitteln wir gut für uns sorgen können. Gelebte Selbstfürsorge hilft unseren Töchtern, sich positiv auf ihre eigene Periode einzustimmen. Und zeigt, dass du dich gut um dich kümmerst und deinen eigenen Bedürfnissen Vorrang einräumst", so Spierings. (M. Spierings: Sei stolz eine Frau zu sein, S. 38)

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Es liegt mit an dir als Mutter (oder Vater), als wie selbstverständlich dein Kind den Umgang mit der Periode erlernt (Themenbild). Foto: Dima Berlin / iStock

So bereitest du deine Tochter ideal auf die Menstruation vor

Neben Erklärungen dazu, was es mit der Monatsblutung und dem Menstruationszyklus auf sich hat, ist es für deine Tochter auch wichtig zu wissen, welche Begleiterscheinungen sie wann erwarten könnten, wie Bauch-, Kopf- oder Rückenschmerzen (vgl. M. Spierings: Sei stolz eine Frau zu sein, S. 38). Was dagegen hilft, ist allerdings bei jeder Frau unterschiedlich.

Zum Thema Hygieneartikel kannst du deiner Tochter alle gängigen Produkte vorschlagen und ihr deren Verwendung erklären. Dann kann sie diese in Ruhe ausprobieren und auswählen, was ihr am besten gefällt. Das können Wegwerfartikel wie Slipeinlagen, Binden, Tampons oder Softtampons sein oder nachhaltigere Alternativen wie Periodenunterwäsche, eine Menstruationstasse, Naturschwämme oder Stoffbinden.

Die erste Periode: Kein Tag zum Fürchten, sondern zum Feiern!

Wenn deine Tochter ihre erste Regelblutung also nicht befürchten muss, sondern entspannt erwarten kann, ist sie auf dem besten Wege, ihr Frausein feiern zu können.

Neben vielen Ideen zu möglichen Menarche-Festen und interessanten Übungen zur Stärkung der Mutter-Tochter-Beziehung, gibt Martina Spierings ihren Leser*innen Geschenkideen für die Tochter mit: ein Aufklärungsbuch, ein Schmuckstück, ein roter Stein oder Mondstein, ein wärmendes Kissen oder ein Zyklustagebuch (vgl. M. Spierings: Sei stolz eine Frau zu sein, S. 109 f.). Eine weitere Idee wäre auch eine PMS-Playlist, wie sie nun das Periodenunterwäsche-Unternehmen The Female Company bei Spotify veröffentlichte. Die Message ist klar: Die Menstruation – ob die erste oder eine der vielen weiteren – ist kein Tabuthema und erst recht kein Grund zum Schämen, sondern zum Feiern.

Quellen

  • Scharmanski, S. & Hesseling, A. (2022). Sexualaufklärung, die erste Regelblutung und der erste Samenerguss. Jugendsexualität 9. Welle. BZgA-Faktenblatt (S. 6). Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA).

  • Spierings, M. (2024). Sei stolz, eine Frau zu sein: Eine Anleitung für Mütter und Töchter. Mit inspirierenden Übungen und Ritualen, die Raum schaffen, Weiblichkeit in ihrer Vielfalt lustvoll zu feiern (S. 38, S. 94 f., S. 105 f., S. 109 f.). Diametric Verlag Würzburg.