Toxisches SchocksyndromMenstruationstassen einführen: Vorsicht vor TSS!

Menstruationstassen einzuführen muss hygienisch ablaufen, sonst droht - wie bei Tampons auch - das Toxische Schocksyndrom. Das hat eine britische Studie nun ergeben.

Inhalt
  1. Menstruationstasse einführen kann Toxisches Schocksyndrom auslösen
  2. Frau (37) mit TSS infiziert, weil sie Menstruationstasse einführte
  3. Bakterien haften an Menstruationstassen
  4. Wie vermeidet man das Toxische Schocksyndrom beim Einführen von Menstruationstassen?
  5. Tipps zum Einführen der Menstruationstasse

 

Sie sind wiederverwendbar, bequem und liegen absolut im Trend: Menstruationstassen. Statt jeden Monat Geld für Tampons oder Binden auszugeben, kann man die Menstruationstasse jeden Monat auf's neue benutzen. Zudem soll sie viel hygienischer sein, als etwa Tampons, die im Verruf stehen, das sogenannte Toxische Schocksyndrom (TSS) auszulösen, umgangssprachlich auch Tamponkrankheit genannt.

 

Menstruationstasse einführen kann Toxisches Schocksyndrom auslösen

TSS wird durch Bakterien verursacht, die beim Einführen in die Scheide gelangen können. Gelangen sie ins Blut, lösen sie schlimmstenfalls eine Sepsis aus. Unbehandelt führt TSS in 50 Prozent aller Fälle zum Tod. Wer rechtzeitig einen Arzt aufsucht, kann mit einer heilenden Antibiotikabehandlung rechnen. Kein Wunder, dass viele Frauen auf Menstruationstassen umgestiegen sind.

Jetzt schlägt eine Studie der Western University in London allerdings Alarm: Auch Menstruationstassen können das Toxische Schocksyndrom hervorrufen.

 

Frau (37) mit TSS infiziert, weil sie Menstruationstasse einführte

In der Studie wird der Fall einer 37-jährigen Frau beschrieben, die in der Notaufnahme erschien. Sie klagte über Fieber, Blutdruckabfall, Hautausschlag, Unterleibschmerzen und Muskelschmerzen. Zehn Tage zuvor begann sie während ihrer Periode eine Menstruationstasse einzuführen. Nach eigenen Angaben achtete sie immer auf die hygienischen Bedingungen beim Einführen der Menstruationstasse.

Nach 7 Tagen fiel ihr schwarzer vaginaler Ausfluss auf, später gelber. Sie hörte auf, die Menstruationstasse zu benutzen und wendete sich an den Notdienst, als das auftretende Fieber (39 Grad) nach zwei Tagen nicht verschwunden war. Tests haben erst spät ergeben, dass die Infektion von Bakterien ausgelöst wurde: den sogenannten Staphylococcus aureus, Auslöser von TSS.

 

Bakterien haften an Menstruationstassen

Die medizinischen Forscher kamen zu dem Schluss, dass die TSS-Bakterien an der Menstruationstasse gut haften bleiben - wenn sie erst einmal an sie gelangen.

Dabei ist es irrelevant, aus welchem Material sie besteht und wer der Hersteller ist. Denn Schuld ist, wie eine französische Studie bewiesen hat, nicht das Utensil an sich, sondern die Luft, die beim Einführen der Menstruationstasse in die Vagina gelangt. Durch sie können sich TSS-Bakterien schneller vermehren. Laut der Forscher reicht einfaches Ausspülen mit Wasser der Menstruationstasse während der Verwendungszeit nicht aus, um die Bakterien des Toxischen Schocksyndroms zu beseitigen.

 

Wie vermeidet man das Toxische Schocksyndrom beim Einführen von Menstruationstassen?

Will man auf die Menstruationstasse während der Periode nicht verzichten, raten die Forscher, sich eine zweite Menstasse zuzulegen, sodass ein Wechsel stattfindet und die benutzte Menstruationstasse in der Zwischenzeit steril behandelt werden kann, etwa durch ein kochendes Wasserbad (z.B. mit einem Schuss Essig). Ein weiterer Ratschlag der Experten: Lieber zu einer kleineren Menstruationstasse greifen, sodass beim Einführen weniger Luft in die Vagina gelangt.

Zudem sollten auch Menstruationstassen spätestens alle vier Stunden ausgewechselt werden und beim Einführen der Menstruationstasse darauf achten, dass die Hände (inklusive Fingernägel!) und die Tasse (innen und außen!) gut gereinigt sind. Über Nacht kann man auf Binden setzen.

 

Tipps zum Einführen der Menstruationstasse

Wer die Menstruationstasse zum ersten Mal einführt, sollte es zur Probe einmal nicht während der Periode machen. So kann man in Ruhe und zwangslos ausprobieren, wie es sich anfühlt und welche Technik am besten für einen funktioniert.

So führst du die Menstruatinstasse in die Scheide ein:

  1. Menstruationstasse abkochen (s.o.) und Hände gründlich waschen!
  2. Menstruationstasse vor dem Einführen falten, z.B. mit der Dreiecksfaltung mit dem Stiel nach unten. Hier gilt es, keine Berührungsängste mit dem Material zu haben: Es kann nicht kaputt gehen, hält einiges aus.
  3. Menstruationstasse in dieser Position mit dem Finger fixieren, damit sie sich beim Einführen nicht wieder öffnet.
  4. Beim Einführen des Cups am besten bequem und locker hinhocken.
  5. Mit der freien Hand die Schamlippen auseinanderhalten, mit der anderen Hand die Menstruationstasse so tief einführen, dass der untere Stiel nicht mehr aus der Vagina herausragt.
  6. Tipp: Flutscht die Menstruationstasse nicht richtig rein, kann man Gleitgel zur Hilfe nutzen.
  7. Ist die Menstruationstasse korrekt eingeführt, sollte sie möglichst nicht stören.
  8. Will man die Menstruationstasse wieder herausnehmen, kann man mit Daumen und Zeigefinger nach dem unteren Stiel greifen (am besten auch in der Hocke) und die Tasse vorsichtig herausziehen.
  9. Aufgefangenes Blut in die Toilette schütten, Menstruationstasse abkochen, Hände waschen.

Und so sieht es dann aus:

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