VerhütungKupferspirale, Kupferkette und Kupferball: Was ich über die Verhütung mit Kupfer wissen muss

Verhütung mit Kupfer: Klingt komisch – funktioniert aber! Alles, was Du über die Verhütung mit Kupferspirale und Co. wissen musst, erfährst Du hier!

Inhalt
  1. Verhütung mit Kupfer: Wie funktioniert das?
  2. Wie sicher verhüten Kupferspirale, Kupferkette und Kupferball?
  3. Kupferspirale, -kette oder -ball: Was ist das richtige für mich?
  4. Welche Vorteile hat die Kupferverhütung?
  5. Welche Nachteile gibt es?
  6. Welche Risiken gibt es?
  7. Fazit

 

Verhütung mit Kupfer: Wie funktioniert das?

Die Verhütung mit Kupfer ist keine Zauberei: Die verschiedenen Intrauterinpessare, Kupferspirale, -kette und -ball, geben innerhalb der Gebärmutter kleine Mengen Kupfer ab. Die freigesetzten Kupferionen schränken die Beweglichkeit von Spermien ein und töten sie ab: Die Eizelle kann so nicht befruchtet werden. Außerdem löst das Kupfer eine Immunreaktion aus, die das Klima und die Schleimhaut in der Gebärmutter verändert. Dadurch können sich Eizellen nicht einnisten, sollte es doch zu einer Befruchtung kommen.

Dass es durch Verhütungsmittel wie die Kupferspirale zu einer dauerhaften, nicht schmerzhaften Entzündung in der Gebärmutter kommt, ist hingegen ein Mythos.

 

Wie sicher verhüten Kupferspirale, Kupferkette und Kupferball?

Die Kupferspirale beweist seit 1970, dass sie ein sehr sicheres Verhütungsmittel ist. Sie gilt als fast so sicher wie eine Sterilisation. Mit einem Methoden-Index von 0,3–0,8 % (berechnet nach Pearl) wird sie als Verhütungsmethode mit einer hohen Sicherheit eingestuft (zum Vergleich: Der Methoden-Index der Pille liegt bei 0,1 – 0,9). Die Kupferkette ist laut Methoden-Index (0,1 bis 0,5) noch sicherer, während die Sicherheit des Kupferballs bisher in einem ähnlichen Bereich angesiedelt wird wie die der Spirale. Da der Kupferball erst seit 2014 eingesetzt wird, gibt es hier allerdings noch keine Langzeiterfahrungswerte.

Dass die Kupferverhütungsmittel in der Gebärmutter liegen und nicht vergessen werden können, wie zum Beispiel die Einnahme der Pille, trägt zusätzlich zur Sicherheit der Kupfervarianten bei, denn die Angaben des Methoden-Index (berechnet nach der Pearl-Formel) gelten nur bei vollständig korrekter Anwendung. Liegt eine Kupferspirale, eine Kupferkette oder ein Kupferball aber einmal richtig, kann frau eigentlich nichts mehr falsch machen.

 

Kupferspirale, -kette oder -ball: Was ist das richtige für mich?

Welche Verhütung mit Kupfer die richtige für dich ist, kann nur dein Frauenarzt beantworten. Für die richtige Lage von Kupferspirale, Kupferkette und Kupferball ist nämlich die Größe und Form der individuellen Gebärmutter entscheidend. Ein Gynäkologe bestimmt durch eine Ultraschalluntersuchung die Form und Größe der Gebärmutter und kann dann entscheiden, ob Kupferverhütungsmittel geeignet sind und welches am besten passt. Dass nur Frauen, die schon ein Kind bekommen haben, mit Spirale und Co. verhüten können, ist falsch.

Ein Argument für die Kupferkette: Sie ist kleiner und flexibler als eine Spirale und kann sich so besser an die individuelle Form der Gebärmutter anpassen. Diese Fähigkeit hat laut Hersteller auch der Kupferball. Die Kupferkette wird allerdings, anders als Kupferspirale oder -ball, in der Gebärmutter fixiert. Aus diesem Grund entscheiden sich einige Frauen lieber für die anderen Kupfervarianten.

Letztendlich ist die Wirkungsweise von Kupferspirale, -kette und -ball aber vollkommen gleich: Es kommt also wirklich vor allem auf die körperlichen Voraussetzungen an, welche Variante am besten passt. Ein weiterer Faktor für die Entscheidung können jedoch auch die unterschiedlichen Kosten sein: Eine Spirale kostet zwischen 150 und 350 Euro (je nach Modell), während die Kupferkette mit 200–400 Euro und der Kupferball mit 300–500 Euro wesentlich teurer sind. In diesen Kosten sind Beratung, Untersuchung und das Einlegen enthalten.

 

Welche Vorteile hat die Kupferverhütung?

Der wohl größte Vorteil der Kupferspirale, der Kupferkette und des Kupferballs ist die Tatsache, dass mit ihnen sehr sicher und dabei hormonfrei verhütet werden kann. Vor Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Müdigkeit, die bei der Einnahme der Pille auftreten können, ist frau im Fall der Kupferverhütungsmittel sicher. Auch das Risiko für eine Erkrankung an Thrombose oder Depressionen, das bei der hormonellen Verhütung besteht, steigt durch die Kupferverhütungsmethode nicht. Ein weiterer großer Vorteil: Die Kupfervarianten kann man nicht aus Versehen vergessen. Einmal eingesetzt schützen sie drei bis fünf Jahre vor einer Schwangerschaft. Aufgrund der Verhütungsdauer sind Kupferspirale, -kette und -ball insgesamt auch kostengünstiger als zum Beispiel die Pille.

Außerdem ein großer Pluspunkt: „Kupferspirale, Kupferkette und Kupferball können sich im Vergleich zur hormonellen Verhütung positiv auf die Schleimhaut in der Gebärmutter und das bakterielle Klima in der Scheide auswirken. Frauen mit diesen hormonfreien Verhütungsmitteln sind oft weniger anfällig für Vaginalinfektionen als Nutzerinnen der Pille, da ihre Milchsäure-Bakterien-Flora stabiler ist. Auch ihr Risiko für Gebärmutterhalskrebs ist nur ca. halb so groß wie bei Pillen-Anwenderinnen“, berichtet Frauenärztin Dr. Dorothee Struck.

 

Welche Nachteile gibt es?

Nachteile entstehen bei der Verhütung mit Kupferspirale und Co. vor allem, wenn die Intrauterinpessare nicht die geeignete Größe für die Gebärmutter haben, oder die Gebärmutter aufgrund ihrer Form oder individuellen Beschaffenheit nicht für die Einlage der Kupferverhütungsmittel geeignet ist. In diesem Fall können sich die Blutungen und Schmerzen bei der Menstruation verstärken. Es ist außerdem möglich, dass Frauen die eingelegten Verhütungsmittel als Fremdkörper in sich spüren und sich nicht wohl fühlen.

Verständlicherweise machen sich viele Frauen vor allem in Bezug auf den Eingriff selbst Sorgen: Kupferspirale, -kette und -ball müssen von einem Gynäkologen eingelegt werden. Und das am besten von einem, der mit dem jeweiligen Verhütungsmittel schon viel Erfahrung hat, denn das Einsetzen von Spirale und Co. ist nicht Teil der fachärztlichen Ausbildung. Der Eingriff sollte also nur von einem Gynäkologen vorgenommen werden, der sich in diesem Bereich fortgebildet hat. Das Einlegen dauert üblicherweise nur ein paar Minuten, kann aber sehr schmerzhaft sein. Es besteht jedoch die Möglichkeit einer lokalen Betäubung und auch die Einnahme von Mitteln, die die Muskulatur des Muttermundes entspannen, kann helfen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass in die Gebärmutter gelegte Verhütungsmittel abgestoßen werden können. Sie können heraus- oder verrutschen, deshalb sollte ihre Lage regelmäßig durch ein Ultraschall untersucht werden. Wer die Lage von Kupferspirale, -kette oder -ball überprüfen möchte, kann jedoch auch selbst vorsichtig nach dem Rückholfaden tasten und so überprüfen, ob noch alles an Ort und Stelle ist. Diese Kontrolle ist vor allem nach der Menstruation wichtig.

 

Welche Risiken gibt es?

Ein gesundheitliches Risiko besteht vor allem durch den Eingriff, bei dem die jeweilige Kupfervariante eingelegt wird, denn hierbei kann es zu einer Infektion oder Verletzung der Gebärmutter kommen. Bei einer Einlage durch einen erfahrenen Facharzt ist dieses Risiko allerdings sehr gering. Die Kupfervarianten selbst verringern sogar ein Infektionsrisiko, da Kupfer eine keimhemmende Wirkung hat. In den Wochen direkt nach dem Eingriff besteht dennoch ein erhöhtes Entzündungsrisiko im Beckenraum, vor allem bei häufig wechselnden Sexualpartnern. Auch das Risiko einer Eileiterschwangerschaft besteht. Bei einer ausbleibenden Periode sollte deshalb zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.

Viele Frauen fürchten sich auch vor einer Kupfervergiftung. Dieses Risiko ist jedoch sehr gering, da Kupfer ein natürliches Spurenelement ist, das der menschliche Körper sogar benötigt. Zu einer Kupfervergiftung kann es eigentlich nur in Kombination mit äußeren Umwelteinflüssen kommen, zum Beispiel, wenn die betroffene Frau auch durch die Nahrung zu viel Kupfer aufnimmt.

 

Fazit

Vor allem für Frauen, die sich für hormonfreie Verhütung interessieren und keine natürliche Verhütung in Betracht ziehen, sind die Kupferverhütungsvarianten, Kupferspirale, -kette und -ball sehr interessant. Sie sind langfristig kostengünstig und verhüten sicher über einen langen Zeitraum, ohne den Alltag oder den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Wer über eine Verhütung mit Kupferspirale, -kette oder -ball nachdenkt, sollte sich in jedem Fall bei einem Frauenarzt durch einen Ultraschall untersuchen und umfassend beraten lassen.

Mehr Informationen über die Verhütung mit Kupferspirale und Co. gibt es auch in diesem kostenlosen Webinar von Frau Dr. Struck: Verhütung mit Kupfer: Kette, Spirale oder Ball?

 

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