Mit Rezepten

Darf ich Gänseblümchen essen oder sind sie giftig? Das sind die Fakten!

Sie blühen eigentlich das ganze Jahr und jeder kennt sie. Doch kannst du Gänseblümchen essen oder sind sie gar giftig? Und welche Rezepte gibt es?

Gänseblümchen essen: Gute Idee oder sind sie giftig?
Gänseblümchen essen: Gute Idee oder sind sie giftig? Foto: zi3000/iStock

Bellis perennis, also das Gänseblümchen, wächst eigentlich überall. Doch kannst du das Gänseblümchen auch essen oder ist es giftig? Ob Blüte oder die Blätter, das verraten wir dir hier.

Gänseblümchen essen: Giftige Bellis perennis?

Diese Pflanze ist wohl die, die wir als Kind quasi als erstes bewusst kennenlernen: das kleine Gänseblümchen. Sie wächst in jedem Garten, auf jeder Wiese und wo Blumen eben sonst noch so wachsen können.

Doch abgesehen davon, dass Bellis perennis allgegenwärtig ist - kannst du das zarte Pflänzchen auch essen? Und welche Wirkung hat das? Ist das Gänseblümchen giftig? Da können wir dich schonmal beruhigen, denn die kleine Pflanze ist vollkommen ungiftig und daher essbar.

Es kommt stattdessen eher darauf an, wo du die Blüten und Pflanzen herbekommst. Ganz klar meiden solltest du zum Beispiel Gänseblümchen, die an vielbefahrenen Straßen wachsen oder auf Wiesen sind, wo viele Hunde und Co. vorbeikommen. Schließlich willst du nicht deren Hinterlassenschaften im Essen haben, denn das ist alles andere als gesund, und sie schmecken auch eher unappetitlich. Außerdem nicht so gut ist es, wenn sie am Rand von konventionell bewirtschafteten Äckern wachsen.

Am Besten ist es, wenn die Gänseblümchen auf einer naturbelassenen oder natürlichen Wiese wachsen. Hier kannst du dir relativ sicher sein, dass sie weder Pestizide oder anderen Giften ausgesetzt waren. Doch du kannst Gänseblümchen nicht nur essen, es gilt sogar als Heilpflanze und war 2017 sogar die Heilpflanze des Jahres. Drum gibt es zum Beispiel neben etlichen Rezepten zum Essen, zum Beispiel für Salat, auch Cremes, Salben und Gänseblümchentee.

War 2017 die Heilpflanze des Jahres: das essbare Gänseblümchen.
War 2017 die Heilpflanze des Jahres: das essbare Gänseblümchen. Foto: Animaflora/iStock

In all diesen Formen kann das Gänseblümchen sein gesamtes Potential als Heilpflanze entfalten. Schon im alten Babylon war die Pflanze bekannt - sogar ein Stadttor wurde mit ihnen verziert. Doch auch in der neueren Welt hat sie Spuren hinterlassen: So soll sie laut einer türkischen Studie antimikrobiell wirken, wohingegen eine antihyperlipidämische Wirkung - also cholesterin- und triglyceridsenkend - durch japanische Forscher*innen durch das Saponin Bayogenin bestätigt wurde. Ein Rezept für Gänseblümchentee findest du weiter unten im Artikel. Die Saponine sollen auch gegen Husten helfen.

Die Blüten der Gänseblümchen wurden in der traditionellen Kräuterkunde unteren anderem auch gezielt für Frauen verwendet, zum Beispiel bei ausbleibender Regel oder schmerzhafter Periode. Außerdem sollen die Blüten der Bellis perennis auch gegen Kopfschmerzen sowie Schwindelanfälle, aber auch bei Einschlafschwierigkeiten zur Anwendung gekommen sein.

Die Gänseblümchen-Inhaltsstoffe haben es also offenbar in sich. Denn neben den Saponinen gibt es auch ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Schleimstoffe im Gänseblümchen. Was wollen wir auch mehr? Blüte und Blatt enthalten gesunde Dinge, die ganz offenbar auch noch schmecken.

So kannst du das Gänseblümchen essen

Die Gänseblümchen gehören also zu den essbaren Wildkräutern. Was daneben noch spannend ist, ist der Geschmack, denn der ist je nach Alter der Blume und der Blüte höchst unterschiedlich.

So unterscheidet sich der Geschmack nämlich dann, wenn die Blüten schon geöffnet sind oder eben noch nicht. Sind die Blüten noch nicht ganz offen, haben sie ein eher nussiges Aroma, bei der geöffneten Blüte überwiegen dann allerdings die Bitterstoffe leicht. Die sind aber auch gesund und allzu stark ist der bittere Geschmack nicht.

So kannst du die Blüten und Knospen verwenden und essen:

  • Salat oder Suppe: Einfach drüberstreuen und genießen. Ist nicht nur was für den Gaumen, sondern auch fürs Auge.

  • Brot: Auf ein Butterbrot gestreut kannst du das Gänseblümchen essen und wie Schnittlauch genießen.

  • Einlegen: Die Knospen einlegen und als Ersatz für Kapern verwenden - wie genau, verraten wir dir weiter unten im Rezept.

  • Gelee: Mit einem "Liter" Gänseblümchen (Blätter, Blüten und Stiele) und einem Liter Wasser wie ein normales Gelee zubereiten und fertig ist der Brotaufstrich.

Doch nicht nur die Blüten des Gänseblümchens sind essbar, geschmacklich noch besser sind die inneren Blätter der Pflanze. Diese besonders jungen Blätter lassen sich ebenfalls gut auf Brot, im Salat oder in der Suppe sehen. Doch auch wenn die verwendeten Pflanzenteile der Bellis perennis aus dem eigenen Garten stammen, solltest du sie immer abwaschen, bevor du sie isst. So bekommst du auch die Gänseblümchen-Wirkung, die du wirklich willst und nicht noch andere Sachen, die du vielleicht nicht so gerne essen möchtest.

Gänseblümchen-Tee: Rezept für den leckeren Tee aus dem Garten

Um einen Tee aus Gänseblümchen zu machen, brauchst du nicht viel und es ist auch nicht schwer. Übrigens kannst du den Tee im Sommer auch ganz einfach kalt genießen und dich erfrischen. Hier kommt das Gänseblümchen-Tee-Rezept:

Diese Zutaten brauchst du:

  • 1 Handvoll Gänseblümchen-Blüten

  • 250 ml kochendes Wasser

  • evtl. einen Spritzer Zitronensaft

Und so funktioniert's:

  1. Eine Handvoll Gänseblümchen-Blüten pflücken, danach abwaschen und abtropfen lassen.

  2. Gänseblümchen in ein Teesieb oder Teenetz geben und Wasser aufkochen.

  3. Wasser über die Blüten gießen und Tee ca. 10 Minuten ziehen lassen.

  4. Gänseblümchen-Tee genießen.

Gänseblümchen: Kapern-Rezept zum Einlegen

Gänseblümchen lassen sich auch wunderbar als Kapernersatz verwenden. Dazu musst du sie nur einlegen und ein bisschen warten. Sie schmecken würzig und sowohl in Salat wie auf Brot, aber auch als einfacher Snack beim Abendessen. Alternativ kannst du auch Löwenzahnknospen verwenden. Hier nun das Gänseblümchen-Kapern-Rezept:

Diese Zutaten brauchst du:

  • 2 großzügige Handvoll grüne Gänseblümchen-Knospen

  • 1 TL Salz

  • 200 ml Essig (Kräuteressig oder Obstessig/Tafelessig)

  • saubere, ausgekochte Gläschen oder Fläschchen (am besten mit Schraubverschluss) für den Essig

  • evlt. Trichter zum Abfüllen

Und so funktioniert's:

  1. Gänseblümchen-Knospen pflücken, waschen und abtropfen lassen.

  2. Knospen mit Salz vermischen und mindestens 2 Stunden stehen lassen.

  3. Essig aufkochen und die Salz-Knospen-Mischung hinzugeben. Rund 2 Minuten köcheln lassen.

  4. Heiße Flüssigkeit samt Knospen in vorbereitete Gefäße füllen und darauf achten, dass die Knospen vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sind. Anschließend gut verschließen.

  5. Mindestens zwei Wochen ziehen lassen. Ab dann sind die Gänseblümchen-Kapern bereit zum Essen und können bis zu ein Jahr verwendet werden.

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Artikelbild und Social Media: zi3000/iStock