Mythen rund um Husten, Schnupfen und Co.Die größten Irrtümer über Erkältung

Wir alle hatten schon häufiger Erkältungen und glauben daher, alles darüber zu wissen. Falsch! Hier die häufigsten Irrtümer über die Erkältung!

Inhalt
  1. Grippe-Impfung schützt
  2. Schnupfen ist harmlos
  3. Grippe ist nur eine stärkere Erkältung
  4. Waschen bringt nichts
  5. Hände desinfizieren schützt vor Erkältung
  6. Frauen leiden stärker als Männer
  7. Es dauert mindestens 14 Tage
  8. Schnäuzen ist besser als Hochziehen
  9. Man sollte in die Sauna gehen
  10. Spray trocknet die Nase aus
  11. Antibiotika helfen immer
  12. Sport stärkt jetzt das Immunsystem
  13. Nur wer niest oder hustet, steckt andere an
  14. Viel Vitamin C hilft viel
  15. Ein Tee mit Schuss tötet alles ab
  16. Die Kälte ist schuld
  17. Im Sommer erkältet man sich nicht
  18. Eine Erkältung macht immun
 

Grippe-Impfung schützt

FALSCH: Die Grippe-Impfung schützt nur vor den Erregern der sogenannten echten Grippe (Influenza). Gegen grippale Infekte, wie Mediziner die Erkältung nennen, ist eine Impfung immer noch nicht möglich. Denn es gibt über 200 Virus-Arten, die eine Erkältung auslösen können - das ist schlicht zu viel. Vorbeugen kann man nur mit einem starken Immunsystem.

Gut zu wissen: Immunsystem stärken: Mit dieser Ernährung bleibst du gesund!

 

Schnupfen ist harmlos

FALSCH: Erkältungsviren schädigen die Schleimhäute der Atemwege. Dann haben Bakterien als "Nachfolger" leichtes Spiel. Nicht selten kommt es zu bakteriellen Infektionen wie Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Kehlkopfentzündung (Laryngitis), Bronchitis oder Mandelentzündung, manchmal sogar zu einer Lungenentzündung.

Weiterlesen: Lungenentzündung: Anzeichen, Ursachen und Heilung

 

Grippe ist nur eine stärkere Erkältung

FALSCH: Grippe und Erkältung werden von unterschiedlichen Erregern ausgelöst: Influenzaviren beziehungsweise Rhinoviren. Bei einer echten Grippe fühlt man sich extrem krank: schlagartiger Beginn mit Schüttelfrost, plötzliches hohes Fieber, Schwäche, Kopf- und Gliederschmerzen, häufig kommen Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall dazu. Dann muss ein Arzt die Erkrankung behandeln.

Wichtig sind z. B. fiebersenkende Mittel, damit die Körpertemperatur nicht die kritische Grenze von 40 Grad überschreitet. Der Arzt kann auch spezielle Mittel gegen das auslösende Influenzavirus verschreiben.

Mehr Infos: Harmlose Erkältung oder echte Grippe: Was ist der Unterschied?

 

Waschen bringt nichts

FALSCH: Infektionsexperten raten sogar dringend dazu. Wenn man sich mindestens fünfmal täglich die Hände wäscht, halbiert man glatt das Risiko einer Ansteckung. Denn der Hauptübertragungsweg sind die Hände. Wichtig: warmes Wasser und Seife, die man auch zwischen den Fingern und auf dem Handrücken verteilt. Mindestens 30 Sekunden waschen, dann die Hände gründlich warm abspülen.

Auch interessant: Händewaschen mit Seifenstück: Achtung, Bakterien-Alarm!

 

Hände desinfizieren schützt vor Erkältung

FALSCH: Hygiene ist zunächst einmal natürlich immer wichtig, um einer Erkältung vorzubeugen. Allerdings reicht das Händewaschen mit üblicher Seife. Desinfektionsmittel können in manchen Fällen sogar kontraproduktiv wirken, da sie den natürlichen Schutz der Hautflora schädigen.

Gute Frage: Krankheitserreger: Braucht man Desinfektionsmittel im Haushalt wirklich?

 

Frauen leiden stärker als Männer

FALSCH: Es ist genau umgekehrt. Bei Schnupfen sind Männer im Durchschnitt wehleidiger als Frauen. Untersuchungen von britischen Nervenspezialisten brachten es an den Tag: Männer empfinden vor allem das Erkältungssymptom Fieber intensiver. Bei ihnen ist nämlich ein Gehirngebiet, das das Fieber im Körper wahrnimmt, größer als bei Frauen. Deshalb fühlen Männer sich bei einer Erkältung oft auch kranker - und jammern auch mehr.

 

Es dauert mindestens 14 Tage

FALSCH: Zumindest schafft der Körper das Virus, das die Erkältung ausgelöst hat, schneller aus dem Körper: Eine normale Erkältung ist nach sieben bis zehn Tagen ausgestanden. Warum spüren Betroffene trotzdem für längere Zeit Symptome? Das passiert häufig in Familien. Wo Menschen engen Kontakt haben, kursieren nämlich oft verschiedene Virus-Typen - vom Kind aus der Schule, vom Vater oder der Mutter aus der Firma mitgebracht. Folge: Man steckt sich gegenseitig neu an - und bekommt neue Erkältungen. Hier hilft nur eines: Hygiene.

Weiterlesen: Domino-Infekt: Wenn Erkältungen immer wiederkehren

 

Schnäuzen ist besser als Hochziehen

FALSCH: Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Infektionsexperten raten: Ziehen Sie lieber hoch, statt sich zu schnäuzen. Wer ins Tuch trompetet, drückt infizierten Schleim in die Nasennebenhöhlen. Die können sich dann entzünden (Sinusitis). Wer den Schleim in der Nase hochzieht, saugt ihn auch aus den Nebenhöhlen - und entsorgt ihn im Magen.

Dort macht die Magensäure den Erregern den Garaus. Wem Hochziehen unangenehm ist, der sollte sich mit wenig Druck schnäuzen, und am besten jedes Nasenloch einzeln. Schleimlöser befreien die Atemwege und senken die Sinusitis-Gefahr.

Was sonst noch hilft: Endlich Hilfe gegen Schnupfen: Die besten Hausmittel!

 

Man sollte in die Sauna gehen

FALSCH: Die Erkältung einfach in der Sauna ausschwitzen? Das wäre nicht ganz ungefährlich. Zwar stärkt Saunieren das Immunsystem und den Kreislauf - aber nur bei Gesunden. Bei einer Infektion belasten Saunagänge den Körper zusätzlich und können die Krankheit noch verschlimmern. Wer eine Erkältung hat, sollte sich so gut wie möglich schonen. Bei einem starken Infekt empfehlen Ärzte sogar Bettruhe.

Wieder fit? Sauna: So gesund ist das intensive Schwitzen

 

Spray trocknet die Nase aus

FALSCH: Um die Nase schnell frei zu bekommen, nehmen viele Menschen bei Erkältungen ein Nasenspray. Aber solche Mittel trocknen doch die Nase aus? Nicht, wenn außer dem abschwellenden Wirkstoff auch der Schutzstoff Dexpanthenol mit enthalten ist. Untersuchungen zeigen: Dexpanthenol bildet einen dünnen Schutzfilm auf der Nasenschleimhaut, hemmt Entzündungen und beschleunigt die Wundheilung.

Harmlos ist das Spray jedoch nicht: Nasenspray-Sucht: Bin ich abhängig?

 

Antibiotika helfen immer

FALSCH: Leider sind Antibiotika keine Wunderwaffe gegen alle Infektionen. Antibiotika töten nur Bakterien ab. Erkältungen werden aber zu 90 Prozent von Viren ausgelöst, die die Schleimhautzellen befallen. Erst wenn es durch einen viralen Infekt zu einer Folgeerkrankung kommt, könnte ein Antibiotikum nötig sein.

Spannend: So heilst du deine Infekte selbst - mit pflanzlichen Antibiotika

 

Sport stärkt jetzt das Immunsystem

FALSCH: Anstrengung schwächt die Abwehr weiter. Und: In fünf Prozent der Fälle ist bei Erkältung der Herzmuskel von Viren befallen. Wenn das Herz sich dann anstrengen muss, steigt das Risiko für einen lebensgefährlichen Herzanfall. Man sollte erst wieder Sport machen, wenn man schon eine Woche lang völlig symptomfrei war.

Mehr zum Thema: Sport bei Erkältung: Wann wird es gefährlich?

 

Nur wer niest oder hustet, steckt andere an

FALSCH: Schon etwa 48 Stunden vor ihren ersten Beschwerden können Erkältete die Viren weitergeben, nämlich über die Hände. Das ist auch der häufigste Ansteckungsweg, erst an zweiter Stelle folgt Niesen, dann Husten. Und auch wenn die Erkältung wieder abgeklungen ist, kann man noch bis zu fünf Tage lang ansteckend sein.

Weitere Infos: Grippe: Wie lange ist man eigentlich ansteckend?

 

Viel Vitamin C hilft viel

FALSCH: Bei einer Erkältung solle man möglichst viel Vitamin C zu sich nehmen? Nein, denn die vitaminreiche Ernährung bringt nur bis zu einem gewissen Punkt etwas, wie Allgemeinmediziner Dr. Michael Prang verrät: "Zwar braucht unser Immunsystem Vitamin C, um optimal arbeiten zu können. Doch bereits bei der Aufnahme von 100 mg täglich (der maximale Tagesbedarf) sind die Vitamin-C-Speicher des Körpers voll. Was jetzt noch hinzukommt, scheidet der Körper über den Urin wieder aus."

Ein Glas Orangensaft oder sogar eine halbe Paprika reichen also schon, um den Tagesbedarf zu decken! Alles darüber hinaus wird leider nutzlos.

Gut zu wissen: Gesunde Ernährung: 5 Tipps einer Ernährungsexpertin

 

Ein Tee mit Schuss tötet alles ab

FALSCH: Ein Grog wärmt von innen, so dass sich ein wohlig warmes Gefühl ausbreitet. Daher hält sich der Mythos, dass Alkohol bei einer Erkältung hilft, noch immer hartnäckig. Dabei handelt es sich jedoch um einen Irrtum. Schnaps schadet dem Körper, da dieser zu sehr damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen, statt sich um die Genesung und Abwehr zu kümmern.

Und wie sieht es hiermit aus? Warmes Bier bei Erkältung: Mythos oder Wahrheit?

 

Die Kälte ist schuld

FALSCH: "Wenn du dich so dünn anziehst, erkältest du dich noch!“ Diesen Satz bekommen wohl Kinder jeder Generation zu hören. Das Wort Erkältung klingt schließlich stark danach, als wäre auch die Kälte schuld an der Schnupfnase. Aber: Allein durch das Frieren erkältet sich niemand. Das Immunsystem arbeitet allerdings in der Tat langsamer, wenn wir durchgefroren sind. Viren können daher schlechter abgewehrt werden.

Weitere Tipps: Abwehrkräfte stärken: Mit diesen Verhaltensweisen bleibst du fit!

 

Im Sommer erkältet man sich nicht

FALSCH: Die wahren Übeltäter sind die Viren, nicht die niedrigen Temperaturen. Im Sommer kann man sich genauso erkälten wie im Winter. Theoretisch liegt die Gefahr bei Wärme sogar höher, da Bakterien und Viren länger überleben. Das Resultat ist eine fiese Sommergrippe.

Das kannst du zur Vorbeugung tun: Sommergrippe: Wie du dich davor schützen kannst

 

Eine Erkältung macht immun

FALSCH: Haben wir eine Erkältung überstanden, heißt das leider keinesfalls, dass wir für den Rest des Jahres verschont bleiben. Zwar stimmt es, dass das Immunsystem auf die bekannten Viren nun besser aufgestellt ist. Allerdings gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Erkältungsviren, die sich zudem noch laufend verändern. Immun macht ein durchstandener grippaler Infekt also leider nicht.

Diese Themen rund um Husten, Halsschmerzen, Schnupfen und Co. interessieren dich bestimmt auch:

Kategorien: