Kinderkrankheit

Windelsoor: So behandelt ihr Windelpilz am Babypo

Windelsoor oder Windelpilz ist eine Infektion am Babypo. Hier erfahrt ihr alles über Ursachen, Behandlung & Vorbeugung.

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Viele Babys bekommen in den ersten Lebensmonaten einen Windelpilz, denn das feucht-warme Klima in der Windel bietet den besten Nährboden für die Bildung von Hefepilzen. Wir verraten dir nicht nur, was bei einem akuten Windelpilz die besten Behandlungsmethoden sind, sondern auch, wie du einem sogenannten Windelsoor vorbeugen kannst. 

Diagnose Windelsoor: Was ist das eigentlich?

Windelsoor wird auch Windelpilz genannt. Dabei ist die Haut eures Babys im Windelbereich mit dem Hefepilz Candida albicans infiziert, was zu einem schmerzhaften Jucken und Brennen führen kann. Candidose oder Soor werden alle Erkrankungen bezeichnet, die durch diese Pilzgattung ausgelöst werden. Infiziert sind in der Regel Schleimhäute und Haut. Neben dem Windelsoor gibt es auch noch den Mundsoor und Brustsoor. 

Was ist der Unterschied zwischen Windelsoor und Windeldermatitis?

Den klassischen wunden Po kennen wohl alle Eltern. Bei einer Windeldermatitis oder Windelausschlag ist die Haut rund um den Babypo zwar gereizt und entzündet, allerdings nicht von einem Pilz befallen. Allerdings kann es infolge von einer Windeldermatitis zu einem Pilzbefall kommen - dann spricht man von einem Windelsoor. In seltenen Fällen kann zu der Dermatitis und dem Pilzbefall noch eine bakterielle Entzündung hinzukommen. 

Wie entsteht ein Windelpilz?

Grundsätzlich finden sich Pilzsporen des Hefepilzes Candida albicans auch auf der Haut von gesunden Menschen. Der Säureschutzmantel und ein gesundes Immunsystem verhindern aber in der Regel, dass sich die Pilzsporen kritisch ausbreiten und ein Soor entsteht. Bestimmte Faktoren sorgen aber dafür, dass sich der Pilz am Po deines Kindes vermehrt und eine Infektion entsteht. 

Babys und Neugeborene sind zum einen sehr anfällig, weil ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist, anderseits ist die zarte Babyhaut oft gereizt, weil die Kinder Windeln tragen. Die Haut wird durch Kot und Urin aufgeweicht und gereizt. In der Windel bildet sich Ammoniak, ein Abbauprodukt des Urins, welches die empfindliche Babyhaut reizt. Ist die Haut bereits anfällig, haben Pilze und Bakterien leichtes Spiel. Windelsoor wird zusätzlich durch die Behandlung von reizenden Cremes, falschen Reinigungsprodukten, Durchfall und der Behandlung mit Antibiotika begünstigt. 

Windelpilz ist ansteckend und kann über die Hände und die Wickel-Umgebung übertragen werden. Die Pilzinfektion kann aber auch von innen kommen, etwa wenn die Mama an einem Brustsoor leidet - dann kann sie durchs Stillen die Pilzsporen ans Baby übertragen. Über den Magen-Darm-Trakt des Kindes gelangen die Pilzsporen in die Windel, wo sie die Erkrankung auslösen. 

Wie erkennt man Windelsoor?

Voraus geht einem Windelpilz in den meisten Fällen eine Windeldermatitis. Ein wunder und stark geröteter Po sind die ersten Anzeichen. Breitet sich die Hautreizung auf den kompletten Windelbereich aus, kann der Grund ein Windelsoor sein. Die wichtigsten Symptome sind: 

  • Hautausschlag: die betroffenen Hautstellen sind gerötet und schuppig, oft nässen und glänzen sie zusätzlich. 

  • Abgrenzung: die betroffenen Stellen sind durch einen weißen Kranz deutlich von der gesunden Haut abzugrenzen. 

  • Bläschen: rot und weiß umrandete Bläschen und Pusteln sind möglich. 

  • Baby ist quengelig: Windelwechseln und Reinigung verursachen bei deinem Kind Schmerzen.

Infolge der Schmerzen kann dein Baby auch den Stuhl zurückhalten, was wiederum zu Verstopfung führen kann. Dann solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. 

Wie kann ich Windelsoor behandeln?

Windelpilz ist nicht nur unangenehm und schmerzhaft für dein Kind, es ist auch hochansteckend. Es muss also auf jeden Fall von einem Arzt behandelt werden. Wenn du also den Verdacht hast, dein Kind könnte an einem Windelpilz leiden, suche schnellstmöglich deine Kinderärztin auf. 

Wird eine Candidose diagnostiziert, wird eine pilztötende (antimykotische) Salbe zur Behandlung der betroffenen Hautstellen verschrieben. Der Windelbereich sollte mit der Creme so lange eingerieben werden, bis die Pilzinfektion vollständig zurückgegangen ist. Dein Kinderarzt kann ergänzend noch eine Zinksalbe verschreiben. Nach wenigen Tagen tritt in der Regel eine Besserung der empfindlichen Haut auf.

Folgende Maßnahmen helfen, den Heilungsprozess zu unterstützen: 
  • Windel weglassen: Je mehr Luft an den Po deines Babys kommt, umso besser. Könnt ihr auf die Windel nicht verzichten, wechselt sie so oft wie möglich. Wenn ihr Stoffwindeln verwendet, sollten sie immer gründlich ausgekocht werden. 

  • Po mit warmen Wasser waschen: Seife und Feuchttücher reizen die Haut nur zusätzlich. Den Po nach dem Waschen gut abtrocknen, Pilze mögen gerne Feuchtigkeit. 

  • Sauberkeit: Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren, um eine Ansteckung zu vermeiden. 

  • Auf fettende Salbe verzichten: gereizte Haut im Windelbereich wird so nur zusätzlich in Anspruch genommen. 

Wie kann ich Windelpilz vorbeugen?

Am liebsten würden wir unserem Kind natürlich die Pilzinfektion ersparen, doch komplett verhindern lässt sich der Windelsoor leider nicht. Aber es gibt Maßnahmen, welche die Ursache bekämpfen und die Infektion erschweren.

Regelmäßiges Windelwechseln ist das A und O, denn je weniger gereizt der Po deines Babys ist, umso schwerer hat es der Hefepilz. Richtiges Abtrocknen und gründliches, aber sanftes Reinigen sind ebenfalls besonders wichtig. Stoffwindeln können eine gute Alternative sein, sie sind atmungsaktiver als Wegwerfwindeln. Stoffwindeln, Saugeinlagen, Waschlappen und Wickelunterlagen sollten bei einem Pilzbefall bei 95 Grad gewaschen werden, dann werden die Pilzsporen abgetötet.

Ist der Po bereits wund, ist schnelles Handeln gefragt, damit aus der Dermatitis kein Soor wird. Hier helfen einfache Hausmittel wie schwarzer Tee, Heilwolle, Wundschutzcremes, Eichenrindenextrakt - einfach auf die betroffene Hautstelle auftragen oder in die Windel legen. Heilwolle zum Beispiel enthält entzündungshemmendes Wollwachs (Lanolin), die Gerbstoffe aus schwarzem Tee und Eichenrindextrakt wirken antibakteriell und desinfizierend. Auch ein paar Tropfen Muttermilch sowie Kamillenbäder können die Heilung unterstützen. Lass dich dazu in der Kinderarztpraxis oder der Apotheke beraten.

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