Nachhaltiges WissenHerbarium anlegen: Sammel- und Bastelspaß in der Natur

Ein Herbarium anzulegen bedarf einiger Arbeit, die sich aber auch lohnt. Die eigenen Kinder haben einen Riesenspaß und am Ende etwas, mit dem sie auch in Zukunft noch viel Zeit verbringen können.

Inhalt
  1. Was ist ein Herbarium eigentlich?
  2. Das musst du beim Herbarium Anlegen beachten
  3. Herbarium anlegen: Diese Gegenstände benötigst du
  4. Herbarium anlegen: Und in der Zwischenzeit?
  5. Herbarium anlegen: So klebst du die Pflanzen ein

Oft ist das Anlegen eines Herbariums eine Sache, die von Lehrkräften in der Schule als Teil des Unterrichts gemacht wird. Die Kinder können anhand der vor ihrer Nase befindlichen Natur lernen, welche Pflanzen um sie herum wachsen und wie sie aussehen.

Doch das muss nicht exklusiv in der Schule gemacht werden – denn mit den Eltern macht es den Kids vielleicht noch mehr Spaß. Am Ende des Tages haben sie nebenbei noch einiges gelernt, das in heutiger Zeit oft verloren geht. Das Wissen um die heimische Natur und was man mit den gefundenen Pflanzen machen kann – oder eben nicht.

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Was ist ein Herbarium eigentlich?

Das ist eigentlich leicht erklärt. Ein Herbarium ist ein Buch oder Ordner, in dem gepresste, getrocknete Pflanzen aufgeklebt sind. Daneben findet sich dann eine kurze Beschreibung der Pflanze. Die kann beispielsweise aus Namen, Standort, Eigenschaften und Verwendung bestehen – quasi ein selbstgebasteltes Pflanzenlexikon. Ihr könnt euch natürlich noch mehr Kategorien ausdenken – oder die Kinder die Blumen einfach einkleben lassen.

Werden die Pflanzen auf die richtige Weise gepresst und getrocknet, können auch die Farben der Blüten für sehr lange Zeit erhalten werden. Damit ist ein selbstgebasteltes Herbarium nicht nur was fürs Wissen, sondern auch fürs Auge.

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Das musst du beim Herbarium Anlegen beachten

Es gibt natürlich ein paar Regeln, die du und deine Kinder einhalten solltet. So solltet ihr darauf achten, wo ihr eure Pflanzen pflückt.

Nicht erlaubt ist das Pflücken in Naturschutzgebieten oder rund um Naturdenkmale. Auch weitere schützenswerte Orte wie kleine Biotope sollten ausgeschlossen werden, so die Universität Ulm. Zudem sollten auf Privatgrundstücken nur in Absprache mit den Besitzern Pflanzen gepflückt werden. Unnötige Risiken wie nahe an Abgründen oder direkt an vielbefahrenen Straßen sind die Mühe auch nicht wert – letztlich gibt es ja genügend andere Orte, an denen Pflanzen wachsen.

Für die erste Runde an der frischen Luft solltet ihr daher besser erstmal die Pflanzen auswählen, die häufig wachsen. Dazu gehören zum Beispiel Gräser, Kräuter oder Klee, aber auch Blumen wie Gänseblümchen oder Buschwindröschen.

Geschützte Pflanzen dürfen nicht gepflückt werden. Ebenso sollten giftige Pflanzen wie Fingerhut oder Herbstzeitlose nicht gepflückt werden. Daher gilt: erst bestimmen, dann anfassen.

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Herbarium anlegen: Diese Gegenstände benötigst du

Um ein Herbarium anlegen zu können, braucht ihr ein paar Utensilien:

  • Pflanzenpresse; alternativ ein dicker Katalog/dickes Buch
  • Bestimmungsbuch
  • Zeitungs- oder Löschpapier oder Küchenrolle
  • ggf. Wellpappe

Damit ihr möglichst auch die vollen Farben der Blätter und Blüten erhalten könnt, solltet ihr am besten eine Pflanzenpresse einpacken. Habt ihr die nicht, reicht auch ein dickes Buch.

Eine Pflanzenpresse besteht aus zwei Holzbrettern. In einem der Bretter sind an den Ecken insgesamt vier Schrauben angebracht. Das andere Brett hat vier Löcher. Die Pflanzen legt ihr – eingeschlagen in das Papier und gut verteilt – auf das Brett mit den Schrauben. Danach legt ihr das gelochte Brett darauf und schraubt es mit Muttern fest zusammen. So könnt ihr eure gesammelten Pflanzen ganz einfach pressen.

Wollt ihr mehr Pflanzen pressen, als in zwischen die beiden Bretter passen, gibt es einen kleinen Trick: einfach mehrere Schichten Wellpappe nehmen und zwischen die Bretter spannen. Wichtig ist aber, dass die Presse nach dem ersten Verschließen nicht mehr geöffnet wird.

Jetzt heißt es erstmal einen Monat warten. Auch beim Pressen mit einem Buch empfiehlt sich diese Wartezeit. Ein Herbarium anzulegen ist also eine Sache, die viel Zeit erfordert – das Ergebnis ist dafür aber umso schöner.

Wie ihr die Pflanzen in einem Buch presst, erfahrt ihr hier

 

Herbarium anlegen: Und in der Zwischenzeit?

Jetzt hast du viel Zeit, aber in der müsst ihr mit euren Kleinen nicht untätig sein. Ihr könnt euch einfach ab und an an den Tisch setzen und nach und nach eure Infos ausfüllen – ob auf einem kleinen Zettel oder direkt in euer Buch, in das ihr später die Pflanzen einsetzen wollt.

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Herbarium anlegen: So klebst du die Pflanzen ein

Nach der langen Wartezeit ist es endlich so weit. Die Pflanzen oder auch Blätter können aus der Presse oder dem Buch vorsichtig herausgenommen werden.

Danach könnt ihr sie mit etwas Kleber ganz einfach auf die richtigen Seiten kleben. Haben die Kids noch Lust, können sie die Seiten selbst noch ein bisschen aufpeppen und vor allem die Titelseite mit ein paar gepressten Blumen und Pflanzen verzieren – fertig ist euer selbstgemachtes Herbarium.

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