Es kommt nichtsProbleme beim Wasserlassen: Ursachen für Harnverhalt bei Frauen

Manchmal kannst du nicht pinkeln? Das ist mehr als unangenehm, kann deine Organe schädigen und verschiedene Ursachen haben. Was du zu den Problemen beim Wasserlassen und dem Harnverhalt bei Frauen wissen solltest, erfährst du bei uns.

Harnverhalt ist eine unangenehme Sache. Du musst eigentlich ganz dringend mal pinkeln, aber es will einfach nicht laufen. Die Probleme beim Wasserlassen können so einige Ursachen haben.

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Harnverhalt: Wenn du nicht mehr pinkeln kannst

Manchmal kommt es unvermittelt, manchmal ist der Harnverhalt aber auch chronisch. In jedem Fall kommt es bei den betroffenen Frauen zu einer Blockade der Harnwege.

Treten die Probleme beim Wasserlassen akut auf, sollte der Notdienst informiert werden. Das Problem ist: kann dein Urin nicht mehr ablaufen, sammelt er sich in der Blase – und der Druck steigt. Ein akuter Harnverhalt, auch Ischurie genannt, trifft vor allen Dingen ältere Männer, kann aber auch Frauen betreffen.

Chronische Probleme beim Wasserlassen hat jede achte Frau und nur jeder zehnte Mann, wie die Pharmazeutische Zeitung schreibt. Hierbei könne es sich aber auch um das umgekehrte Problem handeln, wie Inkontinenz oder häufige Toilettengänge.

Das mag dir – vor allem bei einem akuten Harnverhalt – anfangs nur leichte Schmerzen bereiten, kann aber schnell schlimmer werden. Das ist, als müsstest du ganz dringend aufs Klo, aber du kannst nichts dagegen tun. Keine schöne Vorstellung.

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Ursachen für Harnverhalt bei Frauen

Akuter Harnverhalt

Auch wenn der akute Harnverhalt bei Frauen eher nicht so häufig auftritt, kann dieser vorkommen. Während beim Mann meist die Prostatavergrößerung der Hauptgrund ist, sind es bei Frauen die anderen Ursachen, die dafür in Frage kommen:

  • Blasensteine
  • Nierensteine
  • Tumor
  • Nervenstörung
  • Verletzung

Während die Blasensteine und Nierensteine die Harnröhre verstopfen, verschließt ein Tumor bei Blasenkrebs entweder die Harnröhre oder verstopft sie durch die Bildung von Blutgerinnseln. Hast du Blut im Urin, solltest du also unbedingt um Arzt.

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Eine Nervenstörung kann das willentliche Wasserlassen verhindern – du verlierst die Kontrolle zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall.

Auch eine Verletzung oder Narbenbildung in der Harnröhre können die Ursache für eine undurchlässige Harnröhre sein.

Der Ruf des Notrufes ist in diesem Fall unumgänglich, da es sonst zu akuten Problemen kommen kann.

Zudem kann ein akuter Harnverhalt auch in den ersten Monaten deiner Schwangerschaft auftreten, was dann in der Regel aber ein Einzelfall bleibt.

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Chronischer Harnverhalt

Der chronische Harnverhalt kann unter Umständen sogar schmerzfrei sein. Die Beschwerden unterscheiden sich vom akuten Harnverhalt, da es gut sein kann, dass durchaus noch ein teilweise erfolgreicher Toilettengang möglich ist.

Tatsächlich liegen die Probleme beim chronischen Harnverhalt eher darin, dass du häufig Harndrang hast, aber unter Umständen nicht viel Wasser lassen kannst. Zudem kann der Harndrang nach dem Pinkeln anhalten. Auch Inkontinenz kann ein Zeichen für Harnverhalt sein.

Die Probleme beim Wasserlassen durch chronischen Harnverhalt können mehrere Ursachen haben, wie Netdoktor schreibt, und betreffen häufiger Männer als Frauen:

  • Blasensteine
  • Geschwächte Blasenmuskulatur
  • Verengung der Harnwege
  • Einnahme von Medikamenten

Bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten muss auf das Harnverhalten geachtet werden:

  • Antidepressiva
  • Diazepam
  • Anticholinergika (Medikamente gegen Inkontinenz)
  • Neuroleptika

Da die Blase durch diese Ursachen oft zu voll ist, kannst du die Symptome der sogenannten Überblase entwickeln. Das hat Inkontinenz und Harnträufeln zur Folge. Damit es sich nicht zur Dauerbeschwerde entwickelt, solltest du die oben beschriebenen Beschwerden möglichst schnell behandeln wird.

Unbehandelt kann sich der chronische Harnverhalt schnell zu ernsten Problemen führen. Da der Urin nicht ablaufen kann und zunächst keine Schmerzen verursacht, bildet sich ein Rückstau. Sollte dieser bis zur Niere reichen, verursacht das Nierenschäden.

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Spezifisch weibliche Gründe für Harnverhalt bei Frauen

Einige Gründe für den Harnverhalt betreffen allerdings nur Frauen:

  • Wechseljahre
  • mehrere Geburten

Kommen ältere Frauen in die Wechseljahre, kann ein Östrogenmangel im weiblichen Körper für Harnverhalt sorgen. Durch die Geburt mehrerer Kinder hingegen können sich die Beckenbänder stark dehnen. Die durch beide Ursachen entstandene Gebärmuttersenkung sorgt dann für Probleme beim Wasserlassen.

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Neurogene Ursachen

Wie bei so vielen Problemen kann den Problemen beim Wasserlassen eine neurogene Ursache zu Grunde liegen. Neben dem schon erwähnten Bandscheibenvorfall sind das:

  • Diabetes
  • Multiple Sklerose

Hast du zum Beispiel Diabetes und über einen längeren Zeitraum einen falsch eingestellten Blutzuckerspiegel, kann durch die auftretenden Nervenschädigungen auch das willentliche Ablassen des Urins gestört werden.

Auch durch Multiple Sklerose kann es durch Nervenschädigungen zu Harnverhalt bei Frauen kommen.

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Psychische Ursachen

Probleme beim Wasserlassen haben manchmal auch eine psychische Ursache. Dann handelt es sich um die sogenannte Paruresis, also eine psychische Entleerungsstörung der Blase.

Die Gründe für den psychisch bedingten Harnverhalt sind unter anderem Zeitdruck, aber auch das Gefühl, beobachtet zu werden. Die Ursache ist also mit einer Angststörung verbunden.

Davon sind – wie so oft – häufiger Männer betroffen (wenn sie zum Beispiel nebeneinander am Pissoir stehen), allerdings kann der psychisch bedingte Harnverhalt auch Frauen treffen. Die Verkrampfung des Harnröhrenmuskels und des Blasenmuskels kannst du aber auch durch einfache Mittel lösen.

Helfen sollen hier zum einen Kopfrechnen, zum anderen ein plätschernder Wasserhahn, wie „t-online“ schreibt.

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Probleme beim Wasserlassen: Symptome der Harnverhalt-Ursachen

Manche Ursachen kannst du unter Umständen schon vor deinem Arztbesuch ausmachen – wie das Blut im Urin, das vom Blasenkrebs und den dadurch entstandenen Tumor stammen könnte.

Ein allgemeines Symptom bei einer vollen Blase, die überläuft, ist ein schmerzender Rücken.

Hast du Nieren- oder Blasensteine, hast du manchmal vielleicht starke Schmerzen in der Nierengegend oder im Unterbauch. Der Unterschied zwischen einem Blasenstein und einem Harnstein ist, dass der Harnstein in der Harnröhre liegt, der Blasenstein hingegen in der Blase.

Die Verengung der Harnröhre ist hingegen häufig eine Folge von Blasenkathetern. Diese können kleine Verletzungen in der Harnröhre verursachen. Die anschließende Vernarbung blockiert den Harnfluss teilweise und führt zum Harndrang.

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Harnverhalt: So kannst du ihn vermeiden

Ist der Gang zum Arzt beim Harnverhalt oft unvermeidlich, gibt es natürlich auch Möglichkeiten, wie du das Problem gar nicht erst aufkommen lässt und vermeidest.

Leider bringt das auch ein paar Einschränkungen mit sich. Zum einen bietet sich der Verzicht auf entwässernde Getränke an:

  • Tee (Birkenblätter-, Brennnessel-, Grüner Tee, Ingwer-, Löwenzahn-, Petersilien-, Schachtelhalmtee)
  • Alkohol
  • koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Cola, Spezi, Energy-Drinks)

Kommt es bei dir in der Schwangerschaft zu Problemen beim Wasserlassen, kannst du erstmal ein warmes Bad nehmen, was dir hilft, deine Muskulatur zu entspannen. Schafft das keine Abhilfe, solltest du aber auch hier einen Arzt kontaktieren.

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