PsychologieSelbsthass überwinden: So schaffst du es

Du bist dir selbst dein größter Feind und möchtest deinen Selbsthass überwinden? Wir verraten, wie du es schaffen kannst.

Inhalt
  1. Was Selbsthass ist und wie er entsteht
  2. 7 Anzeichen: Leide ich an gefährlichem Selbsthass?
  3. So kannst du deinen Selbsthass überwinden

Fast jeder Mensch muss im Laufe seines Lebens früher oder später einmal damit kämpfen, sich selbst zu hassen. In vielen Fällen ist das Gefühl vorübergehend und hängt mit einer Fehlentscheidung oder Äußerlichkeiten zusammen. Aber was, wenn der Selbsthass eben nicht vorübergeht, sondern das ganze Leben bestimmt?

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Was Selbsthass ist und wie er entsteht

Selbsthass ist – wie der Begriff ja eigentlich schon selbst erklärt – gegen die eigene Person gerichteter Hass. So einfach, wie diese Begriffserklärung ist das Phänomen dann am Ende aber nicht: Das Gefühl kann in jedem Menschen anders ausgeprägt sein und hängt mit komplizierten psychischen Mechanismen, aber auch mit der Persönlichkeit und individuellen Lebensgeschichte eines Menschen zusammen. Auch die Entstehung von Selbsthass kann kaum auf einen Grund zurückgeführt werden. Recht sicher ist jedoch, dass die Wurzeln einer tiefen und andauernden Selbstablehnung in der Kindheit liegen: Zu viel oder auch ungerechtfertigte Kritik durch die Eltern oder beispielsweise Mobbing durch andere Kinder können den Grundstein für einen lebenslangen Kampf legen.

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7 Anzeichen: Leide ich an gefährlichem Selbsthass?

Viele Menschen erkennen ihren Selbsthass gar nicht als solchen. Die folgenden Symptome können Anzeichen dafür sein, dass du unter dem gefährlichen Gefühl leidest.

1. Kein Selbstbewusstsein

Du traust dir nichts zu und denkst, dass du über keine wertvollen Fähigkeiten oder Eigenschaften verfügst.

2. Soziale Phobie und weitere Ängste

Vor allem fremde Menschen lösen Angstgefühle in dir aus, Situationen, in denen du im Mittelpunkt stehst, können sogar zu Panikattacken führen.

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3. Selbstzerstörerisches oder selbstverletzendes Verhalten

Du schadest dir selbst: Ob körperlich oder in Bezug auf deine Beziehungen zu anderen Menschen oder den Beruf. Wenn dir etwas Schlimmes passiert oder dir jemand schadet, glaubst du es verdient zu haben.

4. Schuldgefühle

Deine Gedanken kreisen ständig um vermeintliche Fehler oder Situationen, in denen du etwas besser oder anders hättest machen können. Du machst dich selbst wegen der kleinsten Versehen fertig.

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5. Verlustangst und Eifersucht

Die Angst, jemanden oder etwas in deinem Leben zu verlieren, lähmt dich zeitweise. In Beziehungen (auch freundschaftlichen) bist du krankhaft eifersüchtig.

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6. Bindungsunfähigkeit

Liebesbeziehungen halten bei dir meistens nicht lang. Insgeheim hast du das Gefühl, deinen Partner nicht zu verdienen.

7. Depressionen

Du findest keine Motivation für gar nichts. Es geht dir schlecht und du kannst dir nicht vorstellen, dass es jemals besser wird.

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Foto: iStock

 

So kannst du deinen Selbsthass überwinden

Bei tiefem Selbsthass, insbesondere mit Depressionen oder selbstzerstörerischem Verhalten, solltest du dringend therapeutische Hilfe bei einem Psychologen in Anspruch nehmen. Bei weniger stark ausgeprägtem Selbsthass kann Folgendes helfen:

1. Erfolge und Stärken auflisten

Das klingt simpel, aber Selbsthasser kommen bei all der Selbstablehnung meist nie auf die Idee, mal darüber nachzudenken, was sie können oder was sie in ihrem Leben schon erreicht haben. Eine Liste mit Erfolgen und Stärken hilft, sich immer wieder auf Positives an der eigenen Person zu fokussieren.

2. Was hasse ich wirklich an mir?

Wahrer Selbsthass ist allumfassend: Das Gefühl ist meistens diffus und gar nicht auf etwas Bestimmtes bezogen. Auch hier hilft eine Liste: Was hasse ich denn wirklich an mir selbst? Habe ich es erstmal benannt, fällt es auch leichter, etwas an dem, das ich an mir hasse, zu ändern.

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3. Realistische Ziele setzen

Oft geht Selbsthass mit zu hohen Ansprüchen an sich selbst Hand in Hand: Sich selbst deutliche Ziele zu setzen – und zwar nicht zu viele auf einmal und nur solche, die auch gut erreichbar sind, sind oft der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit.

4. Selbstakzeptanz: Kämpfe weise auswählen

All diese Listen der vorigen Punkte ermöglichen es, zwischen den Dingen, die ich an mir hasse, aber nicht ändern kann und den Dingen, die ich an mir hasse und auch ändern kann zu unterscheiden. Die Kunst ist, das, was ich nicht ändern kann zu akzeptieren und alles, was ich ändern kann, in Angriff zu nehmen.

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5. Umgib dich mit positiven Menschen

Selbsthass keimt selten nur in einem selbst. In den meisten Fällen beeinflusst unser Umfeld das Gefühl stark. Umgib dich also mit Personen, die dich lieben und gut zu dir sind! Dauernörglern und permanenten Kritikern darfst du gerne aus dem Weg gehen.

6. Tu dir Gutes

Die Königsdisziplin: Stärke dein Selbstwertgefühl, indem du Dinge tust, die dir ein gutes Gefühl geben. Ob das Schokolade oder ein ganzer Tag auf dem Sofa ist: Gönn Dir etwas und zeig dir damit selbst, dass du es wert bist, dir etwas Gutes zu tun.

 

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