MenstruationsbeschwerdenKrankschreibung bei Regelschmerzen: Darf ich das?

Unterleibskrämpfe, Kreislaufprobleme und vieles mehr – während der Periode fühlen sich viele Frauen krank und arbeitsunfähig und fragen sich: Darf ich zu Hause bleiben oder mich krankschreiben lassen? Wir haben Antworten.

Inhalt
  1. Die Periode ist keine Krankheit, aber…
  2. Darf ich mich wegen Regelschmerzen krankschreiben lassen?
  3. Ein Attest muss erst nach drei Tagen vorgelegt werden: Ausnutzen oder lieber nicht?
  4. Die Periode als Tabuthema: Regelschmerzen sind keine Schwäche
  5. Eine offizielle Lösung muss her

Wahrscheinlich kennt es fast jede Frau: So starke Regelschmerzen oder Menstruationsbeschwerden, dass man eigentlich wenigstens einen Tag zu Hause bleiben müsste. Dennoch schleppen sich viele an den Arbeitsplatz und geben ihr Bestes – trotz Schwindel, Unterleibs-, Rücken- und Kopfschmerzen oder extremer Müdigkeit. Schließlich ist frau ja nicht krank…

Aber muss das wirklich sein?

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Die Periode ist keine Krankheit, aber…

Die Periode ist ein vollkommen natürlicher Vorgang und keine Krankheit. Allerdings können die Symptome, die mit ihr einhergehen, die Arbeitsfähigkeit stark einschränken. Wer unter Krämpfen, Schwindel, Rücken- oder Kopfschmerzen leidet, würde normalerweise zum Arzt, anstatt zur Arbeit gehen. Doch wir Frauen denken: „Es ist ‚nur‘ die Periode“ und gehen zur Arbeit, anstatt im Bett zu bleiben oder zum Arzt zu gehen und uns krankschreiben zu lassen.

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Darf ich mich wegen Regelschmerzen krankschreiben lassen?

Die Antwort ist ja, du darfst. Denn auch, wenn Monatsblutungen keine Krankheit sind, können ihre Begleiterscheinungen extrem schmerzhaft sein und körperlich so stark einschränken, dass das Kriterium „arbeitsunfähig“ für eine „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ absolut erfüllt ist.

Die Frage ist jedoch, ob das für Frauen, bei denen die Periode jedes Mal eine Qual ist, eine dauerhafte Lösung sein kann.

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Ein Attest muss erst nach drei Tagen vorgelegt werden: Ausnutzen oder lieber nicht?

In vielen Unternehmen muss ein Attest erst nach drei Tagen vorgelegt werden. In diesem Fall können wir uns also krankmelden und unserem Körper die ein, zwei Tage Ruhe geben, die er braucht. Aber auch hier sind besonders die Frauen benachteiligt, die jeden Monat an starken Regelschmerzen oder anderen Menstruationsbeschwerden leiden – viele befürchten als schwach zu gelten, wenn sie zu oft krank sind oder wegen ihrer Menstruationsbeschwerden zu Hause bleiben und anstatt das Thema offen anzusprechen, sich krankzumelden und sich zu erholen, versorgen sie sich mit Schmerzmitteln, gehen zur Arbeit und versuchen sich nichts anmerken zu lassen. Aber mal ehrlich: Was hat denn ein Arbeitgeber davon, wenn seine Mitarbeiterin sich vor Schmerzen krümmt und bestenfalls halb konzentrieren kann?

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Die Periode als Tabuthema: Regelschmerzen sind keine Schwäche

Das große Problem ist, – alle Menstruationsbeschwerden und Regelschmerzen mal beiseite – dass die Menstruation auch heute noch ein Tabuthema ist. Nach Tampons wird auch in Notfällen nur flüsternd gefragt und sich beim Chef wegen seiner Tage krankzumelden ist vielen Frauen peinlich, nicht nur, weil sie Angst haben schwach zu wirken.

Kann es sein, dass mein Chef, ein männlicher Kollege oder auch meine Chefin oder eine Kollegin mich für schwach halten, wenn ich mich wegen meiner Regelschmerzen krankschreiben lasse? Leider ja, aber Fakt ist, dass das einfach falsch und ungerecht ist. Ehrlichkeit lohnt sich, vor allem im Hinblick auf den Fortschritt, denn nur, wenn wir alle deutlich machen, dass Regelschmerzen keine Wehwehchen sind, die man weglächeln kann, wird sich das Tabu zu einem Thema wandeln, das offen angesprochen, statt unterdrückt und unterschätzt wird.

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Eine offizielle Lösung muss her

Unternehmen wie „Nike“ und Länder wie Japan machen es vor: Ein bis drei freie Tage im Monat für Frauen, die unter starken Regelschmerzen oder anderen Menstruationsbeschwerden leiden, sollten die Regel werden. Aber bis es so weit ist: Was der weibliche Körper schafft, ist ein Wunder und die Periode gehört nun mal dazu – also seien wir stolz darauf und gestehen unserem Körper zu, dass alles, Kinderbekommen genauso wie der regelmäßige Zyklus, ein hartes Stück Arbeit und das genaue Gegenteil von Schwäche sind.

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