Entzündliche DarmerkrankungWas ist Colitis ulcerosa? Von den Symptomen bis zur Behandlung

Mehr als 150000 Menschen in Deutschland sollen unter Colitis ulcerosa leiden. Trotzdem weiß kaum jemand über die schmerzhafte und höchst gefährliche Darmerkrankung Bescheid. Wir klären über Symptome und Behandlungsmethoden auf.

Inhalt
  1. Was ist Colitis ulcerosa?
  2. Symptome bei Colitis ulcerosa
  3. Diagnose der Darmentzündung
  4. Was sind die Ursachen der Darmerkrankung?
  5. Ernährung bei Colitis ulcerosa
  6. Behandlung der Darmentzündung
  7. Colitis ulcerosa kann Darmkrebsrisiko erhöhen
 

Was ist Colitis ulcerosa?

Colitis ulcrosa zählt neben Morbus Crohn zu den meist verbreiteten chronischen Darmerkrankungen. In der Schleimhaut des Dickdarms kann es als Folge der Krankheit zu Entzündungen und eitrigen Geschwüren kommen. Die Entzündung breitet sich im Gegensatz zu Morbus Crohn jedoch nicht im Dünndarm aus.

 

Symptome bei Colitis ulcerosa

Die folgenden Symptome können ein Hinweis auf die Darmerkrankung sein:

  • sehr häufige, blutige und schleimige Durchfälle
  • als Folge des ständigen Durchfalls: Nährstoffmangel, der wiederum Gewichtsverlust, Müdigkeit und eine Schwächung des Immunsystems auslöst
  • permanenter Stuhldrang
  • Bauchschmerzen im linken Unterbauch
  • Blähungen
  • Bauchkrämpfe

Colitis ulcerosa tritt in Schüben auf. Das bedeutet: Die Symptome treten in der Akutphase auf. Es gibt jedoch auch Zeiten, in denen die Betroffenen beschwerdefrei leben können.

 

Diagnose der Darmentzündung

Die Diagnose der Darmentzündung erfolgt über eine Stuhlprobe, um eine bakterielle Erkrankung auszuschließen. Das Blutbild kann weitere Hinweise auf eine mögliche Darmentzündung klären: Im Falle einer Erkrankung kann eine höhere Konzentration an C-reaktiven Proteinen vorhanden sein und ein Nährstoffmangel und Blutarmut vorliegen. Das wichtigste Diagnoseverfahren ist jedoch die Durchführung einer Darmspiegelung. Dabei können Geschwüre erkannt und Gewebeproben entnommen werden.

 

Was sind die Ursachen der Darmerkrankung?

Die genauen Ursachen der Krankheit sind nicht geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass die genetische Veranlagung zu Entzündungen des Darms sowie die Zusammensetzung der Darmbakterien und ein schwaches Immunsystem eine Rolle spielen. Auch eine Verbindung mit der psychischen Disposition soll bestehen. Laut dem NDR soll es zudem Studien geben, die eine Verbindung zwischen Colitis ulcerosa und übertriebener Hygiene oder der Ernährungsweise sehen.

 

Ernährung bei Colitis ulcerosa

Betroffene vertragen in der akuten Phase nur wenige Lebensmittel und sollten auf leichte Kost, die einfach zu verdauen ist, setzen. Oft leiden sie in dieser Zeit zudem an einer Zuckerunverträglichkeit.

Doch auch in der beschwerdefreien Zeit sollten Betroffene auf ihre Ernährung achten und vor allem entzündungshemmende Lebensmittel wie Blaubeeren und Nahrung mit viel Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen.

 

Behandlung der Darmentzündung

Je nach Schweregrad gibt es unterschiedliche Behandlungsformen der chronischen Krankheit.

  • In akuten Phasen wird oft auf entzündungshemmende Medikamente wie Cortison zurückgegriffen. Die Medikamente können allerdings Nebenwirkungen und Abhängigkeiten erzeugen.
  • Mit Hausmitteln, die den Darm beruhigen, können die Symptome gelindert werden. Vor allem Melisse, Kamille und Schafgarbe enstpannen den Bauch.
  • In schwerwiegenden Fällen müssen Operationen am Darm bis hin zur Entfernung bestimmter Darmteile durchgeführt werden.
  • Eine relativ neue Therapieform ist eine Stuhltransplantation. Dabei werden dem Patienten Darmbakterien eines gesunden Spenders implantiert.
 

Colitis ulcerosa kann Darmkrebsrisiko erhöhen

Betroffene mit schweren Formen der Darmerkrankung, bei denen der ganze Dickdarm entzündet ist, haben ein erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Auffällig: An Colitis ulcerosa erkranken vor allem junge Erwachsene zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

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