Selbstbefriedigung nach der Geburt: Wann darf ich wieder und welche Sextoys sind dabei erlaubt?
Das Thema Selbstbefriedigung nach der Geburt wirft Fragen auf. Was gilt aus medizinischer Sicht? Sind Sextoys erlaubt? Wir haben die Antworten.
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Real Talk: Selbstbefriedigung nach der Geburt ist die schönste Form der Selbstfürsorge. Denn wenn sich nach der Geburt deines Kindes alles, und zwar wirklich alles, um diesen kleinen süßen Fratz dreht, ist das genauso wichtig wie anstrengend. Gerade in dieser Zeit brauchst du Selfcare, um nicht den Verstand zu verlieren oder in einen Mama-Burnout zu rutschen.
Zeitgleich wirft das Thema Selbstbefriedigung nach der Geburt eine Menge Fragen auf – angefangen dabei, ab wann du wieder Hand anlegen darfst. Hier kommen alle wichtigen Antworten.
Selbstbefriedigung nach der Geburt ist gesund
Es ist längst wissenschaftlich bewiesen: Masturbieren ist gesund. Beim Solosex produziert das Gehirn unter anderem die beiden Neurotransmitter Serotonin und Dopamin, die dafür sorgen, dass wir uns glücklicher fühlen. Dopamin wird umgangssprachlich als Glückshormon bezeichnet.
Beim Orgasmus kommen Endorphine und Oxytocin dazu, die Stress abbauen und uns entspannter und zufriedener machen. Endorphine können außerdem dazu beitragen, Schmerzen im Körper zu lindern.
Neben der körperlichen und psychologischen Komponente hat Selbstbefriedigung nach der Geburt eine ganz praktische. Denn die erste Zeit mit Säugling – ganz egal, ob es das erste, zweite oder x-te Kind ist – ist kräftezehrend und (über)fordernd. Vielen Müttern fällt es schwer, in diesem Chaos Zeit für sich selbst zu finden. Wenn dann endlich ein wenig Me-Time bleibt, ist es meist auch nur das: ein wenig. Hier und da ein paar Minuten zum Durchatmen.
Doch während zehn freie Minuten zu kurz für ein Work-out, ein Kapitel in deinem neuen Buch oder einen Spaziergang sind, kannst du beim Solosex in dieser Zeit einen aufregenden Orgasmus erleben.
Solosex: Ein Plus, kein Muss – und vor allem kein Tabu!
Trotz der positiven Auswirkungen, die Solosex auf dich haben kann, ist es natürlich okay, wenn dir nicht danach ist. Selbstbefriedigung nach der Geburt ist ein Plus, kein Muss. Ganz im Gegenteil: Wenn du in den Wochen und Monaten nach der Entbindung weder Verlangen nach Solosex noch Sex hast, ist das normal. Vielen Frauen geht das so, wir sprechen nur zu selten darüber.
Halte dich aber nicht aus Scham zurück. Leider ist Solosex für manche Frauen immer noch ein Tabu. Das ergab eine aktuelle Studie des Female-Pleasure-Unternehmens Womanizer, für die 8.000 Personen, darunter 1.000 Deutsche, befragt wurden. Dabei gaben nur 33 Prozent der Frauen an, mehrmals pro Woche zu masturbieren. Jede vierte Frau sagte sogar, nie selbst Hand anzulegen.
Im Vergleich: Von den befragten Männern befriedigten sich 65 Prozent mehrmals pro Woche selbst und nur 10,1 Prozent nie. Die Masturbation Gap ist damit genauso real wie die Gender Pay Gap.
Ab wann darf ich nach der Entbindung masturbieren?
Für Sex nach der Geburt gilt die Faustregel, in den ersten sechs bis acht Wochen keinen Geschlechtsverkehr zu haben oder mindestens bis der Wochenfluss abgeklungen ist. Für die Person, die das Kind zur Welt gebracht hat, meint das allerdings vor allem penetrativen Sex. Eine Geburt führt häufig zu Verletzungen an und in der Vulva und Vagina, weswegen die Penetration mit einem Penis, Dildo oder Vibrator zum einen schmerzhaft sein und zum anderen zu Infektionen führen kann.
Ein Orgasmus an sich verursacht allerdings keinen Schaden. Selbstbefriedigung nach der Geburt ohne Penetration ist nicht gefährlich – genauso wie Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft. Du darfst deine Klitoris also stimulieren oder verwöhnen lassen und auch gerne zum Höhepunkt kommen. Voraussetzung ist, dass du (nahezu) schmerzfrei bist und auf eine besondere Handhygiene achtest.
Was du aber auf jeden Fall mitdenken musst, ist deine persönliche gesundheitliche Verfassung. Wenn du während der Geburt zum Beispiel einen Dammriss erlitten hast, muss dieser erst ausheilen, bis du Freude an einem Orgasmus hast. Nach einem Kaiserschnitt hingegen ist vor allem der Bereich um die Wunde sehr empfindlich, was den Solosex ebenfalls beeinflusst.
…und sind Sextoys okay?
Jein. In den ersten Wochen nach der Geburt solltest du beim Solosex auf Sextoys verzichten, die du in dich einführst. Dein intensiv vibrierender G-Punkt-Vibrator und der Rabbit-Vibrator für die doppelte Lust müssen also erstmal in der Schublade bleiben.
Was allerdings bestens geht, sind Sexspielzeuge, die deine Vulvalippen und Klitoris verwöhnen - zum Beispiel Auflegevibratoren.
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Selbstbefriedigung nach der Geburt: Gerne auch zusammen
Beim Solosex musst du nicht solo im Bett oder auf der Couch liegen. Ganz im Gegenteil kann Selbstbefriedigung im Beisein deiner Partner*in/deines Partners ein heißes Sexerlebnis sein. Dein Gegenüber erlebt so nicht nur eine erotische Vorstellung, sondern kann sich abschauen, welche Berührungen dir gefallen.
Gemeinsam masturbieren gehört für immer mehr Paare zum Sex-Portfolio. Einer US-amerikanischen Studie aus dem Jahr 2023 zufolge, gaben 50,7 % an, dass sie erst kürzlich mit jemandem gemeinsam masturbiert haben. Befragt worden waren rund 300 Menschen zwischen 18 bis 65 Jahren.
Studienautorin Dilan Kılıç betonte gegenüber der 'PsyPost': "Dass Frauen* beim Masturbieren die Partnerin/den Partner mit einbeziehen, wird von Sextherapeuten empfohlen. So können Frauen* ihre Methoden, sich selbst zu befriedigen, besser demonstrieren."
Das gilt vor allem für Selbstbefriedigung nach der Geburt, wenn dein Intimbereich noch besonders empfindlich oder eventuell verletzt ist und nur du weißt, wie du wo berührt werden möchtest.
Artikelbild & Social Media: sirawit99/iStock


















