Vaginalpilz-InfektionWas tun gegen Scheidenpilz? So wirst du ihn schnell wieder los!

Hilfe, habe ich etwa einen Scheidenpilz? Und was kann ich gegen die Vaginalpilz-Infektion tun? Frauenärztin Margot Jakobi-Tilk verrät, wie du den Intimpilz schnell wieder loswirst.

Inhalt
  1. Woran erkennt man eine Vaginalpilz-Infektion?
  2. Wie behandelt man Scheidenpilz?
  3. Können Vaginalpilze gefährlich werden?
  4. Manche Frauen sind häufiger betroffen als andere. Warum?
  5. Wie wäscht man sich richtig im Intimbereich?
  6. Entstehen Pilze bei trockener Scheide leichter?
  7. Ist es sinnvoll, auch den Partner behandeln zu lassen?
  8. Wann sollte eine Frau besser zum Arzt gehen?
  9. Wie unterscheide ich eine Infektion mit Vaginalpilz von einer mit Bakterien?
  10. Welche Therapie hilft bei Bakterien?

Vaginalpilz: Warum denn jetzt schon wieder?

Pilze holt man sich nicht, Pilze hat man. Zumindest wenn die Auslöser einer Infektion Hefepilze wie der Candida Albicans sind, die auf der Haut, im Mund, in der Vagina und im Darm normalerweise in einem gesunden Gleichgewicht mit anderen Keimen existieren.

Wird die Balance gestört, vermehren sich die Pilze jedoch und nehmen überhand. In ganz seltenen Ausnahmefällen können aber auch mal andere Pilze, die sich nicht schon im Körper befinden - zum Beispiel Fadenpilze - eine vaginale Pilzinfektion auslösen.

Frauenärztin Margot Jakobi-Tilk behandelt Frauen mit Vaginalmykose - so der Fachbegriff für Scheidenpilz - in ihrer Praxis in Hannover. Sie verrät, wie man die Infektion erkennt und möglichst schnell wieder aus der Welt schafft.

 

Woran erkennt man eine Vaginalpilz-Infektion?

Es juckt - und das Jucken wird nachts stärker. Auch ein weißlicher, bröckeliger Ausfluss gehört bei einer Infektion der Vagina mit Pilzen wie dem Candida Albicans zu den Symptomen. Manche Scheidenpilz-Infektionen verlaufen allerdings auch ganz ohne Anzeichen. Aber sobald Beschwerden da sind, sollte man den Pilz behandeln.

Weiterlesen: Juckender Intimbereich: Es muss nicht immer eine Infektion sein

 

Wie behandelt man Scheidenpilz?

Gegen den Scheidenpilz gibt es Medikamente, sogenannte Antimykotika. Die Antipilzmittel gibt es vom Frauenarzt oder auch frei verkäuflich in der Apotheke. Wer erstmals oder nur selten an einem Intimpilz leidet, muss meist nur eine Tablette vaginal einführen. Am besten wirken diese über Nacht. Wer häufig Pilze hat, nimmt drei Tabletten in Kombination mit einer Creme.

Beim Scheidenpilz kann die Dauer insgesamt rund zwei Wochen betragen, bis die Infektion komplett überstanden ist. Die eigentliche Behandlung mit Scheidenpilz-Medikamenten dauert allerdings meist nur ein paar Tage. Nach drei bis fünf Tagen sollten sich die Symptome schon deutlich gebessert haben - wenn nicht, ist ein Arztbesuch ratsam.

Wann du noch zum Frauenarzt gehen solltest: 5 Zeichen dafür, dass deine Vagina krank ist und Hilfe braucht

 

Können Vaginalpilze gefährlich werden?

Nein. Vaginalmykosen machen weder unfruchtbar, noch haben sie etwas mit Krebs zu tun. Schwangere sollten den Scheidenpilz allerdings beim Arzt behandeln lassen, denn die Infektion könnte frühzeitige Wehen auslösen.

Nicht so harmlos wie eine Pilzinfektion: Syphilis: So gefährlich ist diese Krankheit!

 

Manche Frauen sind häufiger betroffen als andere. Warum?

Wahrscheinlich gehören sie einfach zu einer Risikogruppe. Dazu gehören z. B. Diabetikerinnen oder Frauen, die häufig Antibiotika nehmen müssen. Heute weiß man auch, dass zu viel Intimhygiene Pilze begünstigt. Denn sowohl Antibiotika als auch übertriebene Reinlichkeit bringen die natürliche Scheidenflora aus dem Gleichgewicht.

 

Wie wäscht man sich richtig im Intimbereich?

Mit einem pH-neutralen Mittel und nur einmal täglich. Duschgels, Intimsprays und luftdichte Slipeinlagen besser weglassen. Die trocknen die Schleimhaut der Scheide aus.

 

Entstehen Pilze bei trockener Scheide leichter?

Ja. Dadurch wird die natürliche Schutzfunktion der Vagina beeinträchtigt und sie wird anfälliger für Infektionen mit einem Scheidenpilz oder Bakterien. Darunter leiden viele Frauen in oder vor den Wechseljahren. Eine neue Therapie bei trockener Scheide ist, sie mit einer speziellen Fettcreme einzucremen.

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Ist es sinnvoll, auch den Partner behandeln zu lassen?

Bei Männern sind Genitalpilze selten. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sie sich bei der Partnerin anstecken. Wenn sie keine Beschwerden haben, brauchen sie auch keine Behandlung, nur weil ihre Partnerin einen Pilz hat.

 

Wann sollte eine Frau besser zum Arzt gehen?

Wer häufiger Scheidenpilze hatte und das typische Jucken bekommt, kann ein Mittel aus der Apotheke holen. Wenn der Pilz immer wiederkommt oder nicht weggeht, sollte man den Frauenarzt aufsuchen.

 

Wie unterscheide ich eine Infektion mit Vaginalpilz von einer mit Bakterien?

Eine sogenannte bakterielle Vaginose ruft deutlich geringere Beschwerden hervor. Juckreiz und Brennen sind weniger ausgeprägt als bei der Pilzinfektion, der Vaginalmykose. Häufig treten Schmerzen nach dem Sex auf. Der Ausfluss ist flüssig, weiß oder gelblich. Charakteristisches Merkmal der bakteriellen Infektion ist der unangenehm fischige Geruch aus der Scheide.

Gut zu wissen: Bakterielle Vaginose oder Scheidenpilz: der Unterschied und was du tun kannst

 

Welche Therapie hilft bei Bakterien?

Nur Antibiotika können gegen bakterielle Vaginose helfen - Antipilzmittel bringen hier nichts. Weil die Abgrenzung zwischen Pilz und Bakterien als Verursacher der Beschwerden nicht immer eindeutig ist, raten Experten von einer Selbstmedikation ab - im Zweifel lieber zum Arzt gehen.

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