Sommerliche Bräune

Braun werden ohne Sonne: Wie es wirklich geht

Viele helle Hauttypen wünschen sich einen schönen Teint. Wir zeigen dir Tricks zum Braun werden ohne Sonne.

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Meist kommt der Wunsch mit dem beginnenden Frühling: du hast einen hellen Hauttyp und bist blass, daher willst du jetzt schnell braun werden. Und da soll es schön gleichmäßig sein - egal ob braunes Gesicht oder braune Beine. Inzwischen wissen wir allerdings, dass die immer noch sehr beliebte Sonnenbräune alles andere als gesund ist.

Darum fragst du dich vielleicht, wie du braun werden kannst ohne das Sonnenlicht. Wir haben uns schlau gemacht und präsentieren dir zahlreiche Möglichkeiten inklusive unserer Einschätzung, die deiner Haut auf andere Weise einen sommerlichen Teint verleihen.

Braun werden ohne Sonne: Darum ist es so wichtig!

Eine schöne Bräune, das soll es bitte sein! Dafür legen sich viele Menschen in die Sonne, tragen extra eine Sonnencreme mit einem etwas niedrigeren Lichtschutzfaktor auf oder setzen sogar gezielt auf einen Sonnenbrand. Das ist zwar alles möglich, aber auch sehr gefährlich - und gerade Menschen, deren Hauttyp nicht so dunkel ist, wird besonders kritisch.

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 200.000 Menschen an Hautkrebs wie dem schwarzen Hautkrebs in Form eines Melanoms oder weißem Hautkrebs in Form von Plattenepithelkarzinomen und Basalzellkarzinomen. Diese Anzahl entspricht etwa der Einwohnerzahl von Städten wie Rostock, Kassel oder Oberhausen - und jedes Bräunen in der Sonne und jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko. Darum ist eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor besonders wichtig - vor allem im Hochsommer und bei einem hohen UV-Index, der auch immer stärker wird, je weiter du dich in den Süden wagst, je mehr Wasser um dich herum ist, desto flacher es ist und desto weiter oben in der Höhe du dich befindest. Ebenso kann Schnee die UV-Strahlung massiv verstärken.

Daher wollen einfach immer mehr Menschen nicht mehr in der prallen Sonne brutzeln, sondern braun ohne Sonne werden. Dafür gibt es verschiedene Tricks - für eher dunkle Haut, die schnell in der Sonne bräunt, als auch für helle Haut, die nur leicht oder gar nicht bräunt und bei der du dich vielleicht auch fragst, warum du nicht braun wirst. Dafür ist es gut zu wissen, welchen Hauttyp du hast. Wir empfehlen dir daher einen Test beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) - dann siehst du, ob dein Hauttyp eher hell oder dunkel ist.

Braune Haut ohne Sonne: Natürliche Bräune und künstliche Tricks

Für die braune Haut ohne Sonne gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manche davon sind gut geeignet, um einen dunkleren Teint zu bekommen, einige sind besonders gut für Menschen mit empfindlicher Haut und von wieder anderen Methoden zur Bräunung ohne Sonnenlicht müssen wir leider dringend abraten. Ein Übersicht.

Karottenöl

Die Bräune durch Karottenöl ist leicht zu bekommen. Einfach das Öl auftragen und schon hast du Haut mit einem orange-braunen Ton. Gebaut wir hierbei auf die in der Pflanze enthaltenen Carotinoide wie das Provitamin A Beta-Carotin. Provitamin bedeutet einfach, dass es eine Vorstufe des Vitamins A ist. Mehr über die Möglichkeiten, Karottenöl als natürlichen Selbstbräuner zu benutzen, erfährst du hier.

Übrigens: Eine weitere Möglichkeit ist es, dass du Karottencreme als Tag- und Nachtpflege verwendest. Die gibt dir mit ihren natürlichen Inhaltsstoffen eine ebenso schnelle Bräune. Sie schützt nicht vor der Sonne.

Ernährung mit Beta-Carotin

Etwas langsamer, dafür aber deutlich nachhaltiger, kannst du durch Ernährung braun werden. Wie beim Karottenöl bekommst du dadurch nicht unbedingt den Sonnenteint, aber eine natürliche Bräune, die dich gemäß verschiedener Studien deutlich gesünder und attraktiver wirken lässt. Mit der Zeit verändert sich nämlich deine Hautfarbe und du verabschiedest dich schnell von der Winterblässe - ganz ohne lästiges UV-Licht.

Werden zunächst einmal die Handinnenflächen und der Bereich der Nasolabialfalte im Gesicht gelblich-orange-braun und bekommen eine als gesund gesehene Farbe, verändert sich mit der Zeit auch der Rest der Haut. Wie genau du braun werden kannst durch Ernährung und ohne die UV-Strahlen der Sonne, das verraten wir dir hier. Diese Bräune bietet dem Körper keinen Sonnenschutz - dafür ist Selbstbräuner in jedweder Form nicht gemacht.

Nahrungsergänzungsmittel - Tabletten & Kapseln mit Beta-Carotin

Es gibt auch Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Carotin, die du theoretisch einnehmen kannst. Allerdings ist das relativ gefährlich und wir raten dir davon ab. Du solltest hierbei gewisse Höchstgrenzen laut Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) keinesfalls überschreiten, da sonst das Krebsrisiko insbesondere für Lungenkrebs steigen kann. So sind besonders Raucher*innen oder Menschen gefährdet, die mit gefährlichen Stoffen wie Asbest arbeiten - aber französische Forschende der Université Sorbonne Paris-Nord haben das Krebsrisiko ebenfalls festgestellt. Daher solltest du auf diese Option besser verzichten.

Selbstbräuner

Sich mit Selbstbräuner zu bräunen ist eine der klassischen Möglichkeiten, ohne Sonne braun zu werden - ersetzt allerdings keine Sonnencreme. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten - die besten Selbstbräuner ohne DHA oder Selbstbräuner mit DHA.

DHA ist die Abkürzung für Dihydroxyaceton, das die Pigmentzellen in der Haut, die sogenannten Melanozyten, zur Bildung von Melanin anregt. Beim chemischen Zersetzungsprozess auf der Haut entsteht allerdings Formaldehyd, das für Kontaktallergien und Hautirritationen verantwortlich gemacht wird. Statt DHA wird daher heutzutage häufig auf den aus Pflanzen gewonnenen Zucker Erythrulose gesetzt. Damit braucht es etwas länger, bis du die schöne Bräune hast, aber viele fühlen sich einfach sicherer in ihrer Haut. Wie du eine besonders gleichmäßige Bräune ohne Sonne mit Selbstbräuner bekommst, erfährst du in unserem Artikel übers Selbstbräuner auftragen.

Self Tan Drops

Mit Self Tan Drops kannst du deine Bräunung auch im Winter haben. Da wir uns da eher weniger in luftig-leichter Kleidung bewegen, ist es perfekt, dass sie in eher kleineren Dosen einsetzbar sind - es reicht eigentlich aus, sie fürs Gesicht und den Hals zu nutzen. Die Selbstbräuner-Tropfen geben dir innerhalb weniger Stunden einen gleichmäßigen Teint, der an den vergangenen Sommer erinnert und dich so aussehen lässt, wie du es dir wünscht. Ob direkt auf die Haut oder gemischt in Cremes und Lotionen - die perfekte Anleitung zur Nutzung der Self Tan Drops im Gesicht oder am Körper findest du hier.

Sonnencreme mit Bronzer

Ja, auch Sonnencreme kann helfen, die gewisse Bräune ohne Sonne zu bekommen. Sie schützt dich zwar dann auch vor einem Sonnenbrand, aber tatsächlich gibt dir der Bronzer - wie auch Make-up-Helferlein wie Bronzing Powder oder eine andere Creme mit Bronzer - einfach eine etwas andere Farbe auf der Haut, vor allem im Gesicht. Einfach, aber wirkungsvoll.

Welche getönte Sonnencreme besonders gut ist, erfährst du hier. Wichtig ist allerdings, dass du nicht zu spärlich mit damit umgehst. Wie du Sonnencreme auftragen kannst mit der Neuner-Regel, verraten wir dir auch noch.

Bräunungsbeschleuniger & Bräunungsöl

Bräunungsbeschleuniger wie Bräunungsöl bzw. Sonnenöl waren eine Zeit lang der Hit, um schneller braun zu werden, doch inzwischen ist klar: es erhöht das Risiko für Hautkrebs. Warum? Weil durch die Inhaltsstoffe des Bräunungsöls der Lichtbrechungsindex der Haut herabgesetzt wird und so die UV-Strahlen verstärkt auf die Haut treffen. Daher ist auch ein Lichtschutzfaktor im Öl eigentlich Quatsch und du solltest dich davon nicht blenden lassen. Bräunungsöl können wir nicht empfehlen, denn ungefährliches Bräunen gibt es wie gesagt nicht.

Im Schatten bräunen

Manche Menschen wollen sich vielleicht nicht vom Bräunungsöl verabschieden und setzen es daher ein, um im Schatten trotzdem eine dunklere Haut zu bekommen. Dabei ist auch das Braun werden im Schatten mit Vorsicht zu genießen - Bräunen ist eine Reaktion auf die Verletzung der obersten Hautschicht und soll die DNA in den Zellen vor weiterem Schaden schützen. Wie gesagt: gesunde Bräune gibt es nicht. Durch Lichtbrechung an Aerosolen, im Wasser oder andere Stoffen bist du auch im Schatten nicht sicher vor der UV-Strahlung. Manche Sonnenschirme können teils sogar nur die Hälfte des UV-Lichts wirklich abhalten - am Ende solltest du auch hier auf Sonnencreme achten, die einen hohen Lichtschutzfaktor hat, zum Beispiel eine mineralische Sonnencreme ohne chemische UV-Filter.

Solarium

Ja, das gute alte Solarium soll die Sonne ersetzen und zu jeder Jahreszeit eine schöne, gleichmäßige Bräune ermöglichen. Leider ist das Solarium aber wie die Sonne kein guter Ort, um braun zu werden - Stichwort Hautkrebs. Das Problem ist hierbei die intensive UV-Bestrahlung mit UVA-Strahlen, die vor allem für die Auslösung von langfristigen Hautschäden wie Krebs und Hautalterung verantwortlich sind. Die sonnenbrandauslösenden UVB-Strahlen, die für die Produktion von Vitamin D3 zuständig sind und zudem für eine länger anhaltende Bräune sorgen können, sind kaum vorhanden. Daher raten zahlreiche Expert*innen von der Nutzung eines Solariums ab - und wir schließen uns dem an. Sichere Bräune durch UV-Strahlung gibt es nicht - auch wenn du "nur mal schnell" rein gehst.

Braun werden ohne Sonne: Fazit

Daher lautet unser Fazit: es gibt bessere und schlechtere Methoden, die du fürs Braun werden ohne Sonne verwenden kannst. Einige davon sind nicht zu empfehlen - denn die Gefahr vom Bräunen im Schatten oder im Solarium mit oder ohne Bräunungsbeschleuniger lauert in Form von UV-Strahlen auf dich, während es mit Beta-Carotin-Kapseln zu einem erhöhten Krebsrisiko für die Lunge kommen kann.

Daher lieber auf die sichereren Varianten wie die natürlichen und künstlichen Selbstbräuner (wie aus unserem Selbstbräuner-Test) setzen - und du brauchst dir nicht so viele Sorgen machen, dass du deiner Haut gerade sonst was antust. Und kannst einen gebräunten Teint trotzdem genießen.

Artikelbild und Social Media: Olga Skred/iStock (Themenbild)

Quellen

  • Bundesamt für Strahlenschutz: Die verschiedenen Hauttypen. In: https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/hauttypen/hauttypen.html (29.03.2022)

  • Bundesinstitut für Risikobewertung: Beta-Carotin in Nahrungsergänzungsmitteln. In: https://www.bfr.bund.de/cm/343/beta_carotin_in_nahrungsergaenzungsmitteln.pdf (21.01.2013)

  • Druesne-Pecollo, Nathalie et al.: Beta-carotene supplementation and cancer risk: a systematic review and metaanalysis of randomized controlled trials. In: International Journal of Cancer, Jahrgang 127, Heft 1, 21. April 2010. In: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ijc.25008