Knoblauch gehört nicht in die VaginaKnoblauch gegen Scheidenpilz? Eine Frauenärztin warnt

Knoblauch für die Vagina? Eine Frauenärztin warnt vor der Gesundheitsmythe, dass Knoblauch gegen Scheidenpilz helfen soll. Im Gegenteil.

Inhalt
  1. Frauenärztin klärt auf: Hilft Knoblauch bei Scheidenpilz?
  2. Schädliche Bakterien und Biofilme in der Vagina
  3. „Vaginas sind nicht schmutzig"

Ein altes Hausmittel gegen Scheidenpilz soll Knoblauch sein. Immer wieder stecken sich daher Frauen ganze Knoblauchzehen in die Vagina, damit diese dort ihre vermeintlich heilende Wirkung vollbringen. Doch nicht jede Alltagsmythe hat eine Daseinsberechtigung. Die Frauenärztin Dr. Jennifer Gunter aus San Francisco warnt auf Twitter ausdrücklich vor dieser Methode, denn Knoblauch ist vieles, aber kein Hausmittel gegen Scheidenpilz.

 

Frauenärztin klärt auf: Hilft Knoblauch bei Scheidenpilz?

Auch, wenn in Labortests gezeigt wurde, dass Knoblauch antimykotisch wirken kann, wurde diese Eigenschaft bisher nicht an Lebewesen (weder an Labortieren noch an Menschen) getestet. Das Allicin im Knoblauch (das Antimymotikum) wird zudem erst freigesetzt, wenn man eine Knoblauchzehe zerdrückt oder auspresst. Eine ganze Zehe als solches bringt daher eher weniger.

Zudem können Knoblauchzehen auch schon vor dem Zerlegen der Knolle Bakterien aus dem Boden an sich tragen. Bei einer bereits entzündeten Vagina können diese Bakterien das Krankheitsbild sogar noch verschlimmern. „Bakterien aus dem Boden können pathogen, also schlecht für den Körper sein. Deshalb reinigen wir Wunden. Wenn du tatsächlich eine entzündete Vagina hast, können diese Bodenbakterien das Krankheitsbild nur verstärken“, erklärt Dr. Jennifer Gunter in einem Tweet.

 

Schädliche Bakterien und Biofilme in der Vagina

Die Vagina ist die perfekte Umgebung für das Wachstum von Bakterien. Sie ist dunkel, warm und feucht. Auch Botulismusbakterien fühlen sich hier sehr wohl. Botulismus ist eine ernste Erkrankung. Menschen können durch sie Lähmungen davontragen und im schlimmsten Fall sogar sterben.

Dr. Jennifer Gunter erklärt auch, dass Knoblauch Biofilme, also Ansammlungen von Mikroorganismen, hinterlassen kann. Dies wurde bereits auf Zahnspangen nachgewiesen. Genauso können die Knoblauchzehen die gleichen Ansammlungen auch in der Vagina hinterlassen. „Biofilme sind schlecht. Ihr wollt nicht, dass sie sich bilden, besonders nicht, wenn ihr einen Pilz habt.“

 

„Vaginas sind nicht schmutzig"

Andere Lebensmittel wie Gurken oder Petersilie haben ebenfalls keinen guten Einfluss auf die Vaginagesundheit. „Vaginas sind nicht schmutzig. Studie für Studie für Studie sagt aus, dass Duschen, Reinigungen, Dämpfe, Essig, pH-Ausgleichsprodukte, Aloe, kolloidales Silber, Knoblauch oder was auch immer gerade als das Wundermittel präsentiert wird, nichts anderes macht, als gute Bakterien zu schädigen und die Schleimhäute anzugreifen“, warnt Dr. Jennifer Gunter. Knoblauch und Co. gehören eher ins Essen und nicht in die Vagina.

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