Heimische Arzneipflanze

Spitzwegerich: Hustensaft, Tee & Wirkung gegen Mückenstiche

Spitzwegerich-Hustensaft ist spitze in seiner Wirkung. Bei uns erfährst du zudem alles über Spitzwegerich-Tee und ob du die Heilpflanze in der Schwangerschaft oder gegen Mückenstiche einsetzen kannst.

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Spitzwegerich-Hustensaft und -Tee sind altbekannte Hausmittel. Wie sie wirken und hergestellt werden, verraten wir dir in diesem Artikel. Außerdem erfährst du, wie Spitzwegerich gegen Mückenstiche hilft und ob du ihn in der Schwangerschaft bedenkenlos zu dir nehmen kannst.

Spitzwegerich am Wegesrand: Hustensaft, Tee und Salbe helfen gegen Erkältung & Co. (Themenbild)
Spitzwegerich am Wegesrand: Hustensaft, Tee und Salbe helfen gegen Erkältung & Co. (Themenbild) Foto: arousa/iStock

Spitzwegerich-Hustensaft und -Tee: Wirkung gegen Husten und Co.

Der Spitzwegerich gehört zu den heimischen Heilpflanzen. Besonders als Zusatz von Hustensaft oder -tee ist das Kraut beliebt, auch wenn der bittere Geschmack durchaus gewöhnungsbedürftig ist. Selbst in Medikamenten wie Hustensirup oder Hustensaft, aber auch in Bonbons (das sind solche, die du manchmal geschenkt bekommst) werden die gesunden Inhaltsstoffe eingesetzt, um bei Beschwerden deren leicht hustenlösende und entzündungshemmende Eigenschaft zu nutzen. Aufgrund seiner positiven Wirkung auf die Atemwege wird das Kraut im Volksmund auch Lungenblattl genannt. Allerdings gilt: Je länger der Spitzwegerich im Mund-Rachen-Raum ist, desto eher kann er wirken, weswegen Bonbons gar nicht so falsch sind.

Egal ob Bonbon lutschen, Hustensaft, Sirup oder eine Tasse Tee trinken: Die hustenstillende Wirkung ist so überzeugend, dass man über die bisweilen als eigenwillig empfundene Geschmacksnote hinwegsehen kann. Spitzwegerich beruhigt aber nicht nur Lunge und Bronchien und wirkt gegen Katarrhe, also Schleimhautentzündungen: Als Tee getrunken lindert die heimische Pflanze Reizungen in Hals und Rachen. Doch nicht nur wegen der Anwendung gegen Erkältungskrankheiten, auch aus weiteren Gründen wurde die Pflanze zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gewählt. Benutzt werden nur die Blätter.

Der Name Spitzwegerich, lateinisch Plantago lanceolata, kommt zum einen von der lanzettartigen Blattform ("Spitz"), wohingegen der andere Wortteil umstritten ist. Vermutet wird u.a., dass "Wege" daher kommt, weil die widerstandsfähige Pflanze oft an Wegen wächst, während "rich" als Wortbestandteil auf eine hohe, mächtige Person gedeutet wird, z.B. einen König oder sonstige Mitglieder einer Regierung. Das und die Erwähnung von den alten Griechen bis hin zu Hildegard von Bingen deuten darauf hin, dass die Spitzwegerich-Wirkung schon seit langer Zeit geschätzt wird.

Spitzwegerich-Wirkung: Anwendung zur Wundheilung

Spitzwegerich findet nicht nur innerliche Anwendung, sondern kann auch äußerlich angewendet werden. Bei kleinen Wunden wie Kratzern kann das Kraut die Heilung fördern, den Schmerz betäuben und die Blutung stoppen. Dafür einfach das Blatt andrücken, bis der Saft austritt und auf die wunde Stelle legen. Die Wirkung des "Arzneimittels" aus der Natur ist aber nicht super schnell da, sondern dauert einige Minuten.

Natürlich musst du darauf achten, dass sowohl Blatt als auch Hände sauber sind, damit kein Schmutz in die Wunde gelangt. Die sichere Alternative ist Spitzwegerichsaft aus der Apotheke, dort kannst du dich auch beraten lassen, zudem empfehlen wir dir, die Packungsbeilage gründlich zu lesen. Deine*dein Ärztin*Arzt beantwortet dir sicherlich auch deine Fragen zum Spitzwegerich, solltest du dir unsicher sein.

Anwendung von Spitzwegerich gegen Insektenstiche & Juckreiz

Frischer Spitzwegerichsaft kann auch hervorragend bei Insektenstichen angewendet werden. Spitzwegerich gegen Mückenstiche lindert den Juckreiz und kühlt den Stich. Die Wirkung der Inhaltsstoffe der Pflanze hilft aber nicht nur gegen den Juckreiz, sondern auch beim Abschwellen des Stichs. Du kannst dir den Spitzwegerich gegen Mückenstiche aber auch zu einer Salbe einkochen, die du als selbstgemachtes Arzneimittel bei Stichen verwenden kannst.

Spitzwegerich-Salbe selber machen

Um eine Spitzwegerich-Salbe selbst herzustellen, brauchst du nicht so viele Zutaten. Das Gute: Sie hält sich relativ lange frisch, du kannst sie also ohne Probleme für die Mückenzeit vorbereiten.

Das benötigst du:

  • 1 Handvoll Spitzwegerich

  • Olivenöl

  • Glas

  • Sieb

  • Bienenwachs (je nach gewünschter Konsistenz (sehr weich-sehr fest) ca. 10-14 Gramm/100 ml Öl)

  • 2 Töpfe

  • Schraubgläser

So geht's:

  1. Spitzwegerich klein schneiden und in ein Glas geben. Vollständig mit Olivenöl bedecken und 2-3 Wochen bei Raumtemperatur stehen lassen. Jeden Tag einmal schütteln.

  2. Kleinen Topf oder für Wasserbad geeignete Schüssel bereitstellen. Glasinhalt durch ein Sieb in den Topf gießen. Bienenwachs hinzugeben.

  3. Im Wasserbad erhitzen, bis das Wachs geschmolzen ist. Masse gut verrühren und anschließend wie Marmelade in ein Schraubglas füllen. Abkühlen lassen.

  4. Nun das Glas mit der Salbe gut verschließen. Die Salbe ist kühl gelagert mehrere Monate haltbar.

Spitzwegerich als Vorbeugung gegen Blasen

Die Heilpflanze Plantago lanceolata fördert nicht nur die Wundheilung, sondern kann auch vorbeugend verwendet werden. Vor langen Fußmärschen soll es helfen, die Füße mit Spitzwegerich einzureiben oder zwei Blätter an die beanspruchten Stellen auf die Haut zu legen.

Mit dem Blasenpflaster der Natur sollen Blasen keine Chance haben - ob's funktioniert? Zumindest sollte es Schmerzen und Juckreiz lindern. Lieber erstmal noch ein paar Blasenpflaster mitnehmen. Zudem hat Spitzwegerich einen kühlenden Effekt, was bei schwitzenden Füßen sehr angenehm ist.

Spitzwegerich-Tee: Wirkung beim Trinken

Der Spitzwegerich-Tee wird wegen der schleimlösenden und reizmildernden Wirkung gerne bei Erkältungskrankheiten getrunken. Wenn du also eine Erkältung mit Husten und Schluckbeschwerden hast, kannst du zur Unterstützung der Behandlung mit Medikamenten vom*von der Arzt*Ärztin den leckeren Tee trinken.

Den Tee mit den guten Inhaltsstoffen kannst du in der Regel im Drogeriemarkt oder Apotheke kaufen, aber ansonsten auch selbst gut gewaschene Blätter trocknen, um Husten und Erkältung den Garaus zu machen. Verbunden mit Honig wird daraus ein guter Helfer für die Atemwege. Er könnte auch gegen Magen-Darm-Probleme helfen - zumindest wurde das Kraut früher in der Volksmedizin dagegen eingesetzt.

Das brauchst du:

  • 2 TL getrocknete Spitzwegerichblätter

  • 250 ml Wasser

  • nicht-sortenreiner Blütenhonig

So geht's:

  1. 2 Teelöffel getrocknete Blätter im Teesieb oder Tee-Ei in eine Tasse geben und mit kochendem Wasser übergießen.

  2. 15 Minuten ziehen lassen, anschließend zur weiteren Unterstützung gegen den Husten mit nicht-sortenreinem Blütenhonig von der lokalen Imkerei süßen.

Spitzwegerich-Inhaltsstoffe: Gesund als Hustensaft, Salbe und Co.

Spitzwegerich hat eine tolle Kombination von Wirkstoffen, die seinen Einsatz so vielfältig machen. Er kann gegen viele verschiedene Arten von Beschwerden als Arzneimittel eingesetzt werden und wird deshalb auch in Medikamenten verwendet. Folgende Spitzwegerich-Inhaltsstoffe haben eine besondere Wirkung oder sollen sie zumindest besitzen:

  • Schleimstoffe klingt erstmal eklig. Aber: Schleimstoffe wirken reizlindernd, beruhigen die Schleimhäute und hemmen den Schmerz, der bei starkem Husten entsteht.

  • Gerbstoffe sorgen dafür, dass die Haut zusammenzieht und sich so schneller regenerieren kann. Gerbstoffe sind u.a. für die schmerzlindernde und blutstillende Wirkung verantwortlich.

  • Spitzwegerich ist ein natürliches Antibiotikum. Der Grund in der Pflanze: ihr Inhaltsstoff Aucubin. Dieser Wirkstoff ist antibiotisch, kann den Blutdruck senken und wirkt entzündungshemmend. Er mindert den Juckreiz am Mückenstich und hilft gegen die Schwellung.

  • Kieselerde bzw. Siliciumdioxid: Der Wirkstoff soll die Eigenschaft besitzen, das Bindegewebe zu stärken, einen wissenschaftlichen Nachweis dafür gibt es allerdings nicht.

Du siehst, Spitzwegerich ist definitiv vielfältiger einsetzbar, als nur als Hustensaft-Zusatz. Und das Beste: Das Heilkraut wächst bei uns, muss also nicht teuer importiert werden.

Dennoch solltest du beim Pflücken beachten, wo du die Pflanze pflückst. Belastete Böden wie Fabrikgelände, Straßenränder, Weiden, Äckerränder oder von Hunden und Katzen als Klo genutzte Fleckchen Erde sind eher nicht so gute Standorte für als Arzneimittel verwendbaren Spitzwegerich. Diese Extrakte sollten als Salbe besser nicht auf die Haut und in Form von Sirup oder Tee in die Atemwege gelangen, denn niemand kann dir sagen, was da noch alles mitkommt.

Spitzwegerich in der Schwangerschaft & beim Kind

Grundsätzlich gilt für jedwede Arzneimittel, dass du dich in der Schwangerschaft bei Unsicherheiten erstmal mit deiner*deinem Ärztin*Arzt beraten solltest, in welcher Dosis du Medikamente und Hausmittel zu dir nehmen kannst. Für Spitzwegerich in der Schwangerschaft gilt aber unabhängig von der Besprechung in der Praxis oder am Telefon, dass du ihn auf keinen Fall nehmen solltest, wenn du darauf allergisch reagierst.

Solltest du Spitzwegerich-Arznei oder Medikamente wie Hustensaft bei Kinder anwenden wollen, ist es immer gut, die Packungsbeilage zu lesen. Manchmal wird von der Verwendung von Spitzwegerich bei Babys und Kindern unter 12 Jahren aufgrund der Gerbstoffe abgeraten. Wie in der Schwangerschaft ist von Spitzwegerich-Mitteln abzusehen, die Alkohol enthalten - was bei Hustensaft oder Sirup oftmals der Fall ist. Hier ist es sinnvoll, auf Mittel gegen Husten ohne Alkohol auszuweichen. In der Apotheke wirst du dazu gut beraten.

Spitzwegerich-Nebenwirkungen: Allergische Reaktionen und Co.

Spitzwegerich hat Nebenwirkungen, was wir nach all den guten Eigenschaften eigentlich kaum glauben wollen. Aber wie alles im Leben hat auch die beste Heilpflanze irgendwo eine Schattenseite.

So kann es gelegentlich bei der inneren Anwendung von Spitzwegerich zu Durchfall kommen. Außerdem kommt es in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen der Haut. Zudem kann es zu einer allergischen Reaktion gegen Spitzwegerich-Pollen kommen. Diese äußern sich wie ein klassischer Heuschnupfen. Dies kann quasi als Spitzwegerich-Nebenwirkung bei der äußerlichen Anwendung gesehen werden - in diesem Fall also lieber Abstand von den Blüten nehmen. Abgesehen davon ist die Pflanze aber relativ ungefährlich.

Artikelbild und Social Media: arousa/iStock (Themenbild)