KrankheitenVerschleppte Erkältung: Wann Viren für uns tödlich werden

Verschleppte Grippe ist gefährlich
Eine verschleppte Erkältung sollte man nie unterschätzen
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Inhalt
  1. Welche Symptome zeigt eine verschleppte Erkältung?
  2. Was sind die Folgen einer verschleppten Erkältung?
  3. Wie kann ich mich vor verschleppter Erkältung schützen?

Wenn Viren auf das Herz schlagen, spricht man von einer verschleppten Krankheit. Die Folgen, wie etwa Herzmuskel- oder Hirnhautentzündungen, können lebensgefährlich werden.

In der Regel ist eine Erkältung in wenigen Tagen auskuriert. Was man vor allen Dingen dazu braucht, ist Ruhe, Erholung und ausreichend Schlaf. Denn: Kuriert man eine Erkältung oder Grippe nicht ausreichend aus, können die Viren auf das Herz und die Nieren schlagen. Dann spricht man von einer "verschleppten Erkältung" oder auch "verschleppter Grippe" - und die ist weitaus gefährlicher als die ursprüngliche Erkältung bzw. Grippe selbst.

 

Welche Symptome zeigt eine verschleppte Erkältung?

Das Tückische an der verschleppten Krankheit sind die - zunächst - recht unspezifischen Symptome: körperliche Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Kreislaufbeschwerden und / oder Atemnot. Diese Anzeichen nehmen die wenigsten Patienten als "verschleppt" wahr, deuten sie eher als fortbestehende Grippe- oder Erkältungssymptome. Halten diese Beschwerden allerdings länger als 7 bis 10 Tage lang an, kann es sich schon um eine verschleppte Grippe handeln. In der Regel zeigen sich die Symptome einer Herzmuskelentzündung nach ein bis zwei Wochen.

Ebenfalls mögliche Indizien für die Folgen einer verschleppten Grippe: unregelmäßiger Herzschlag (obwohl die Grippe schon abgeklungen ist), anhaltende Müdigkeit, Brust- oder Gliederschmerzen.

Davon sollte man sich allerdings nicht blenden lassen. Schlagen die Viren erst einmal auf das Herz, können sie eine Myokarditis verursachen, also diverse Arten von Herzmuskelentzündungen. Influenzaviren besiedeln (fast) immer die Atemwege (weshalb es bei Erkältung und Grippe zu Atemnot kommt). Von dort gelangen sie am einfachsten in die Blutbahn und somit zum Herzen - eine Myokarditis entsteht. Eine weitere Möglichkeit für die Viren, ins Herz zu gelangen, ist der Weg durch den Magen-Darm-Trakt.

Vor allem bei Kindern ist eine Myokarditis oft mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden.

 

Was sind die Folgen einer verschleppten Erkältung?

Die Herzmuskelentzündung kann sich im Körper manifestieren, also chronisch auftreten. Zudem können dauerhafte Herzrhythmusstörungen auftreten, sowie Herzinsuffizienz (bei der das Herz unfähig ist, die benötigte Blutmenge in die Herzvorhöfe zu fördern), Herzversagen, Kammerflimmern oder ein kardiogener Schock. Kurz gesagt: Eine verschleppte Grippe ist lebensgefährlich und kann für Betroffene tödlich enden.

Wird eine Herzmuskelentzündung erst einmal chronisch, bilden sich Narben am Herzen, die Herzrhythmusstörungen auslösen können. Die wiederum führen zum "Verschleiß" des Herzens - und im Laufe der Zeit zu Herzversagen. Vor allem wer trotz Herzmuskelentzündung viel in Bewegung ist, kann einen plötzlichen Herztod erleiden.

Bei wem eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert wurde, sollte laut ärztlichem Rat drei bis sechs Monate auf körperliche Betätigung verzichten. Sport belastet den Körper und das Immunsystem noch zusätzlich. Und auch anschließend heißt es: Sport (erst einmal) nur mir Vorsicht genießen! Der behandelnde Kardiologe sollte zur Rate gezogen werden, wie ein langsamer Wiedereinstieg in den Sport aussehen sollte.

Zudem schwächt sowohl eine verschleppte Grippe bzw. Erkältung das Immunsystem enorm. So ist bei einer verschleppten Grippe der Körper anfällig für Folgeerkrankungen wie etwa Bronchitis, Lungen-, Nebenhöhlen- oder Hirnhautentzündungen (Meningitis).

 

Wie kann ich mich vor verschleppter Erkältung schützen?

Wer sich vor verschleppter Grippe schützen möchte, kann im Grunde nur eins machen: Erkältungen und Grippen immer sorgfältig auskurieren. Dazu gehört, im Bett zu bleiben, solange man Fieber hat und viel Wasser und Tee zu trinken. Es gilt: Erst wenn man drei Tage lang fieberfrei ist, ist man auf der (relativ) sicheren Seite, dass die Grippe oder Erkältung nicht verschleppt wird.

Aber auch nach den drei Tagen sollte man noch behutsam mit sich umgehen: So lange man sich körperlich noch nicht zu 100 Prozent fit und gesund fühlt, sollte man körperliche Anstrengungen vermeiden. Wer unbedingt den Drang zur Bewegung verspürt, sollte mit einem kurzen, vorsichtigen Spaziergang beginnen.

Zudem gilt: Bei den ersten Grippe-Symptomen zum Arzt gehen, statt zur Arbeit. Wer selbstständig mit frei verkäuflichen Medikamenten nur die Symptome der Grippe zu mildern versucht, läuft Gefahr, seinen geschwächten Körper noch mehr zu belasten, da er die Warnsignale seines Körpers zum Schweigen bringt. Ärzte raten den Patienten, eine Krankschreibung ernst zu nehmen. Und: Regelmäßig die Hände waschen, um eine Übertragung bzw. Vermehrung von Viren möglichst zu vermeiden. Denn: Auch eine verschleppte Grippe / verschleppte Erkältung ist in den ersten 3 bis 5 Tagen ansteckend.

 

(ww7)

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